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Haus- und Wohnungskauf

Foto: Hendrik Jonas

Wie hoch sind die Nebenkosten? Wie wichtig ist die Lage? Welche Dinge beim Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses unbedingt bedacht werden müssen.

"Manche Menschen kaufen eine Immobilie leichter als einen Fotoapparat oder ein Handy. Sie folgen dem Prinzip: Es wird schon alles gutgehen", sagt Heinrich Stüven, Vorsitzender des Grundeigentümerverbandes Hamburg, und fügt hinzu: "Augen auf! Lasst Euch beraten!"

Das fängt schon mit der Wahl des Standortes an. Ist man hier zu festgelegt, reduziert sich die Auswahl, die Vergleichsmöglichkeiten nehmen ab. Eine große Bedeutung kommt der Besichtigung zu. Die sollte unbedingt bei Tageslicht erfolgen, denn nur so kann man auch Mängel erkennen. "Man muss bedenken: Der Bauherr/Käufer ist immer ein Laie, der auf einen Immobilien-Profi trifft" so Stüven. Deshalb sei es gut, bei der Besichtigung jemanden an der Seite zu haben, der mit dem notwendigen technischen Sachverstand das Gebäude technisch beurteilen kann. Das können etwa Architekten oder Ingenieure aus dem Bekanntenkreis sein. Hat man Niemanden, sollte man sich diesen Sachverstand dazukaufen, etwa über die bautechnische Beratung des Grundeigentümerverbandes.

Infrastruktur und Wohnumfeld

Neben der Besichtigung des Objekts schafft auch ein Blick auf das Wohnumfeld Klarheit. Wie ist die Infrastruktur? Wo liegen Schulen? Gibt es Lärm oder Gerüche, die den Standort belasten? Auch Informationen über geplante Baumaßnahmen sind hilfreich. Das kann, im Falle einer Eigentumswohnung, etwa Keller-, Dach- oder Fassadensanierungen betreffen. Aber auch für das Wohnumfeld können Änderungen anstehen, wie beispielsweise straßenbauliche Veränderungen, die Einrichtung eines Gewerbe- oder eines Sanierungsgebietes. All das sollte in die Gesamtbewertung mit einfließen.

Ist das richtige Objekt gefunden, steht das nächste große Thema an: die Finanzierung. Experten raten beim Immobilienkauf mindestens 20-30 Prozent Eigenkapital mitzubringen. "Derzeit haben wir eine Niedrigzinsphase, daher rechnet sich aktuell die Verschuldung", erklärt Stüven. In der Kalkulation oft vergessen wird der Umstand, dass ein Immobilienkauf neben dem Kaufpreis noch weitere Kosten nach sich zieht: So möchte der Staat vier bis fünf Prozent Grunderwerbssteuer. Hinzu kommen Maklergebühren, Gebühren des Grundbuchamtes und Notarkosten. Insgesamt sind das etwa 12 bis 13 Prozent des Kaufpreises. Neben Zinsen und Tilgung fallen zudem monatlich Betriebskosten und laufenden Kosten an: Steuer, Müll, Strom, Telefon …

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