07.04.08

Teil 12: Bandscheibe

Der Schmerz geht bis in die Zehen

Die meisten Bandscheibenvorfälle können ohne eine Operation behandelt werden. Allerdings ist der Eingriff in einer Klinik immer dann erforderlich, wenn es bereits zu Lähmungserscheinungen gekommen ist.

Von Cornelia Werner
Foto: HA
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Ein dumpfer Schmerz im Rücken, der in die Beine ausstrahlt und bis in die Zehenspitzen reichen kann - Ursache solcher Beschwerden kann ein Bandscheibenvorfall sein. "Das ist ein Vorfall des gallertartigen Kerns einer Bandscheibe", sagt Prof. Uwe Kehler, Chefarzt der Neurochirurgie an der Asklepios-Klinik Altona. In vielen Fällen macht ein Bandscheibenvorfall keinerlei Symptome. "Aber wenn der Vorfall auf eine Nervenwurzel drückt, verursacht er Schmerzen, und wenn es ein größerer Vorfall ist, eventuell auch Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen", erklärt der Neurochirurg.

Am häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel auf. Dann strahlen die Schmerzen typischerweise streifenartig in die Außenseite des Beines aus, über den Fußrücken bis zur Großzehe. Hinzukommen kann eine Lähmung der Muskeln, die den Fuß heben, sodass der Betroffene nicht mehr auf den Fersen laufen kann. Zudem können Missempfindungen in den Beinen, wie zum Beispiel Kribbeln oder Taubheitsgefühle, auftreten.

Wenn ein Patient mit solchen Schmerzen und Missempfindungen zum Arzt kommt, wird er zunächst neurologisch untersucht und erhält eine konservative Therapie mit Schmerzmitteln und eventuell zusätzlich Krankengymnastik. "Wenn die Beschwerden nicht innerhalb von zwei Wochen verschwinden oder zusätzlich Lähmungen auftreten, muss eine Kernspintomografie durchgeführt werden", so Kehler.

Auf diesen Bildern könne man dann sehen, wo genau der Vorfall liegt, und auch beurteilen, ob sich dadurch die Beschwerden des Patienten überhaupt erklären lassen.

Bevor dann eine Operation in Erwägung gezogen wird, kann man in Einzelfällen auch versuchen, durch eine sogenannte periradikuläre Therapie die Beschwerden zu lindern. Dabei werden ein örtliches Betäubungsmittel und Kortison direkt an die betroffene Nervenwurzel gespritzt.

Reicht auch diese Therapie nicht aus, um die Beschwerden zu beheben, steht eine Operation an. "Aber nur fünf bis zehn Prozent aller Bandscheibenvorfälle müssen operiert werden", betont Kehler.

Immer erforderlich ist eine Operation dann, wenn Lähmungserscheinungen auftreten. "Der Eingriff sollte umso rascher erfolgen, je ausgeprägter diese Lähmungserscheinungen sind", erklärt der Neurochirurg. Sofort operiert werden müssen die großen Bandscheibenvorfälle, die zu Blasen- und Mastdarmstörungen mit Inkontinenz führen.

Bei der Operation wird durch einen kleinen Hautschnitt von 1,5 bis zwei Zentimeter Länge der Vorfall mit feinen Instrumenten entfernt. "Und wenn man im äußeren Bandscheibenring einen Riss findet, wird auch der innere Teil der Bandscheibe entfernt, um einen erneuten Vorfall zu verhindern", sagt Kehler.

Die Operation dauert eine halbe bis eine Stunde. Anschließend müssen die Patienten noch drei bis fünf Tage im Krankenhaus bleiben. Zur Nachbehandlung empfiehlt Kehler eine Physiotherapie, insbesondere ein Training der Bauch- und Rückenmuskulatur, bei schweren Lähmungen auch eine ambulante oder stationäre Reha-Behandlung.

Die Patienten sollten für drei bis sechs Monate nach dem Eingriff rückenbelastende Tätigkeiten wie das Tragen von schweren Lasten vermeiden, ebenso Sportarten, bei denen die Wirbelsäule stark belastet wird, wie zum Beispiel Tennis.

Zwar sind schwere Komplikationen nach einem solchen Eingriff selten, aber die Operation hat nicht immer den gewünschten Erfolg. "Bei 80 bis 90 Prozent der Patienten kommt es zu einer langfristigen Besserung. Bei den restlichen zehn bis zwanzig Prozent ist die Besserung nicht so wie erwünscht", erläutert Kehler.

Eine gute Behandlung zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass eine gute Diagnostik durchgeführt wird und der Patient ausreichend Schmerzmittel erhält. "Die Operation sollte mit minimal invasiven Techniken durchgeführt werden, sodass man möglichst wenig zusätzliche Schäden setzt", betont Kehler.

Lesen Sie Montag in unserer Abendblatt-Serie: <strong>Teil 13: Depression</strong>

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