Teil 31: Grauer Star
Für einen klaren, scharfen Blick sorgen
Die Linse des Auges trübt mit dem Alter immer mehr ein. Eine Kunstlinse kann die volle Sehkraft wiederherstellen.
Durch einen kleinen Eingriff kann die getrübte Linse entfernt und eine Kunstlinse in das Auge eingesetzt werden.
Foto: Riediger/MI
Für einen klaren, scharfen Blick zu sorgen - das ist die Aufgabe der Linse im menschlichen Auge. "Doch die Linse altert relativ schnell, schon ab dem 18. Lebensjahr nimmt die sogenannte Akkommodationsfähigkeit ab", sagt Privatdozent Dr. Ulrich Schaudig, Chefarzt der Abteilung für Augenheilkunde in der Asklepios-Klinik Barmbek. Das ist die Fähigkeit der Linse, ihre Brechkraft so zu verändern, dass man in der Nähe und in der Ferne scharf sehen kann. Mit dem Alter lagert die Linse immer mehr Substanzen ein, sodass sie langsam trüber wird. Im Alter von 70 Jahren hat jeder Mensch eine mehr oder weniger ausgeprägte Linsentrübung, auch bekannt als "Grauer Star". "Bemerkbar macht sie sich dadurch, dass der Patient eine diffuse Minderung seiner Sehschärfe wahrnimmt, schlechter Kontraste erkennen kann, schlechter in der Dämmerung sieht und blendungsempfindlicher wird, zum Beispiel beim Autofahren in der Nacht durch entgegenkommende Autoscheinwerfer stärker geblendet wird", so der Augenarzt.
Ob eine Therapie nötig ist, hängt davon ab, wie stark das Sehvermögen des Patienten reduziert ist. "Patienten, bei denen das Sehvermögen auf etwa 50 Prozent reduziert ist, empfehlen wir eine Operation. Dabei wird die Linse durch einen kleinen Schnitt am Rande der Hornhaut aus ihrem feinhäutigen Kapselsack entfernt und anschließend in diese Hülle eine Kunstlinse aus Acryl oder Silikon implantiert", erklärt Schaudig.
Der Eingriff dauert etwa zehn Minuten und kann meistens ambulant durchgeführt werden. Etwa 15 Prozent der Patienten werden für die OP für einen oder zwei Tage stationär aufgenommen, etwa, wenn sie noch weitere Erkrankungen haben.
Die häufigste Komplikation ist ein Riss des Kapselsackes. "Doch dann kann man die Kunstlinse mit hinter der Iris befestigen", so Schaudig. Ein weiteres, seltenes Risiko ist die Schädigung der inneren Zellschicht der Hornhaut. Wenn diese Zellen zerstört werden, trübt die Hornhaut ein. "Das kann schlimmstenfalls zur vollständigen Trübung der Hornhaut führen, sodass eine Hornhauttransplantation nötig wird", sagt Schaudig.
"Die am meisten gefürchtete Komplikation ist eine Infektion, die aber extrem selten vorkommt. Diese bakteriellen Infektionen müssen sehr ernst genommen und rasch behandelt werden. Man muss das Auge noch mal eröffnen, Antibiotika geben und den Glaskörper entfernen, um bleibende Schäden zu verhindern. Wenn die Infektion die Netzhaut angreift, wird eine gute Sehleistung nicht mehr erreicht", erläutert der Augenarzt.
Eine gute Behandlung zeichnet sich dadurch aus, dass Patienten nicht unnötig operiert werden, sondern erst, wenn das Sehvermögen deutlich reduziert und dies durch den grauen Star bedingt ist. Die OP muss in geeigneter Weise durchgeführt und die Kunstlinse nach den Bedürfnissen des Patienten ausgewählt werden. Denn durch die Wahl der Brechkraft der Linse kann man festlegen, ob der Patient besser in die Ferne oder in die Nähe scharf sieht. Möglicherweise möchte er auch eine multifokale Linse haben, die in der maximalen Sehschärfe etwas weniger bringt, aber dafür sowohl für Nah- wie für Fern-Sehen eine ausreichende Sehkraft sicherstellt. Diese Linsen muss der Patient selbst bezahlen, weil die Krankenkassen die Kosten dafür nicht übernehmen.




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