06.09.12

EU-Urteil

Winzern wird irreführende Werbung verboten

Begriffe wie "bekömmlich" und "mild" sind für sie in der Werbung künftig verboten. Grund: Alkohol sei schädlich, Verbraucher würden getäuscht.

Foto: picture alliance/dpa
Eine Saisonarbeiterin schneidet auf einem Weinberg eine Traube ab (Symbolfoto)
Eine Saisonarbeiterin schneidet auf einem Weinberg eine Traube ab (Symbolfoto)

Luxemburg/Mainz. Winzer dürfen nicht für "bekömmlichen" Wein werben. Nach einem EU-Urteil sind Werbeslogans wie "sanfte Säure", "Edition Mild" oder "bekömmlich" für Wein verboten. Dies sei eine gesundheitsbezogene Angabe, die auf den geringen Säuregehalt und die leichtere Verdauung hinweise, aber die Gefahren beim Trinken von Alkohol verschweige, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg. Zum Schutz der Verbraucher dürften Hersteller weder auf dem Etikett noch in der Werbung solche Begriffe verwenden.

Damit verboten die Richter die Werbung der rheinland-pfälzischen Winzergenossenschaft Deutsches Weintor. Weintor vermarktet seine Weine der Rebsorten Dornfelder und Grauer/Weißer Burgunder mit dem Wort "bekömmlich". Die Halsschleife der Weinflaschen trägt den Aufdruck "Edition Mild bekömmlich". Auf dem Etikett heißt es: "Zum milden Genuss wird er durch Anwendung unseres besonderen (..) Schonverfahrens zur biologischen Säurereduzierung."

Die Behörden in Rheinland-Pfalz hatten dies beanstandet und bekamen nun vor Gericht Recht. Das EU-Recht verbietet grundsätzlich für Getränke mit mehr als 1,2 Prozent Alkohol – also auch für Wein - jede Angabe, die eine Verbesserung des Gesundheitszustands suggeriert. Damit will der Gesetzgeber die Verbraucher vor übermäßigem Alkoholkonsum schützen.

Das Deutsche Weininstitut in Mainz geht davon aus, dass nach dem Urteil ähnliche Begriffe ebenfalls aus der Werbung verschwinden werden. "Es war vermutlich der Versuch der Winzergenossenschaft, hier die Grenzen auszutesten und Rechtssicherheit zu schaffen", sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts in Mainz, Ernst Büscher. "Bei Begriffen mit ähnlicher Tonalität könnte man sich nun denken, dass sie ebenfalls verboten sind." Jedoch sei die deutsche Sprache mit ihren Interpretationsspielräumen schwierig: "Im Grunde geht es um Einzelfallentscheidungen."

In dem Prozess hatte Deutsches Weintor argumentiert, dass das Wort "bekömmlich" keinen Gesundheitsbezug habe, sondern nur das allgemeine Wohlbefinden betreffe. Die Luxemburger Richter sahen das anders: Hersteller dürften nicht nur vorübergehende Auswirkungen des Weintrinkens beschreiben, sondern müssten die Folgen bei wiederholtem und langfristigem Konsum auf den körperlichen Zustand beachten.

"Verschwiegen wird, dass ungeachtet der guten Verdaulichkeit die mit dem Konsum alkoholischer Getränken zusammenhängenden Gefahren keineswegs beseitigt oder auch nur begrenzt werden", schrieben die Richter in der Urteilsbegründung. Das "absolute Verbot" solcher Angaben auf dem Weinetikett und in der Werbung sei daher nötig.

Der Weinkonsum der Deutschen
Aus diesen Ländern importieren die Deutschen ihren Wein:
Italien - 582 Millionen Liter im Wert von 616 Millionen Euro
Spanien - 263 Millionen Liter im Wert von 616 Millionen Euro
Frankreich - 233 Millionen Liter im Wert von 437 Millionen Euro
In diese Länder werden deutsche Weine exportiert:
Niederlande - 74 Millionen Liter
Vereinigtes Königreich - 62 Millionen Liter
Russische Föderation -32 Millionen Liter
(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Fussball
22:02HSV
Aus für Arnesen offiziell - Schmadtke neuer Favorit

Der HSV-Aufsichtsrat hat die Entlassung des Sportchefs beschlossen. Nachdem Andreas Rettig absagte, ist nun Jörg Schmadtke neuer Favorit auf den Posten. mehr...


2011 sicherte sich das ZDF-„heute-journal“ mit Claus Kleber die Zukunft: „heute journal plus“ ist die Internetvariante des Nachrichtenmagazins
19:21Kollegenschelte
Claus Kleber lästert über die "Tagesschau"

Der Chef des "heute-journals", Claus Kleber, und Ex-"Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert halten das Konzept der "Tageschau" für veraltet. Junge Leute brauchen die Sendung so nicht, finden sie. mehr...


Abgeblasen. Das Verteidigungsministerium hat die Entwicklung des Dronenprojekts „Euro Hawk“ gestoppt. Der Schaden geht in die Milliarden
23:27Euro Hawk
Ein Problem, so groß wie die Elbphilharmonie

Der Verteidigungsminister bricht sein Schweigen zum gescheiterten Drohnenprojekt Euro Hawk und verspricht Transparenz. Doch die verlorenen Millionen der Steuerzahler bringt das nicht zurück. mehr...

Menschenleeres Freibad
16:05Wetter
Schietwetter: Freibäder machen schon wieder dicht

Die Anlagen in Hamburg leiden unter dem anhaltenden schlechten Wetter. Die Feuerwehr rückte zu rund 100 Einsätzen aus, um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen abzupumpen. In Winterhude lief… mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Berlin
So wenige Drogentote wie seit 25 Jahren nicht mehr

In Deutschland gibt es immer weniger Drogentote. Laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, sind die Zahlen auf…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg

Starkregen verursacht zahlreiche Schäden

Offiziell eingeweiht

Bildungszentrum in Wilhelmsburg eröffnet

Monster-Tornado in Oklahoma

Handball

HSV Hamburg schlägt die Füchse Berlin

tb_meravis.gif
Meravis

Neuer Raum für Hamburgmehr

Highlights