Schlafapnoe
Erster Zungenschrittmacher für Schnarcher
Das kleine Gerät könnte zukünftig Hunderttausenden von Schnarchern helfen. Implantiert wird es wie ein Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeines.
Berlin. Erstmals in Europa ist in Berlin ein Zungenschrittmacher erfolgreich implantiert worden, der Atemstillstände im Schlaf verhindert. Das Gerät wurde bei einem Patienten eingesetzt, der unter dem sogenannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom leidet, wie die Charité Universitätsklinik mitteilte. Bei dieser mitunter lebensbedrohlichen Erkrankung kann es zu Atemaussetzern kommen, wenn die Spannkraft der Muskeln der oberen Atemwege im Schlaf übermäßig stark nachlässt. Die Atemwege verengen sich und sie versuchen angestrengt, durch Luft zu holen. Dabei entstehen auch die typischen Schnarchgeräusche.
+++Schnarchen kann lebensgefährlich sein+++
+++Schlafapnoe ist ein Risikofaktor für Schlaganfall+++
Der sogenannte Neurostimulator sei etwas kleiner als eine Streichholzschachtel und werde wie ein Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeines eingepflanzt, hieß es. Ein dünnes Kabel führe zum Rippenbogen, wo die Bewegungen des Zwerchfelles gemessen und die Atemfrequenz überwacht würden. Über ein zweites Kabel sende der Apparat einen schwachen elektrischen Impuls an den sogenannten Hypoglossus-Nerv. Der Nerv ist für die Kontraktion des Zungenmuskels verantwortlich. Wird er stimuliert, erschlafft die Zunge nicht und bleibt im vorderen Rachenraum.
Atemstillständen werde auf diese Weise vorgebeugt. Durch den Zungenschrittmacher könnten die Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurück gewinnen, heißt es. Bisher kommen in der Schlafapnoe-Therapie oft Beatmungsmasken zum Einsatz, die die nächtliche Bewegungsfreiheit der Patienten deutlich einschränken.













