Forschung
Neue Gen-Therapie gegen Netzhautdegeneration entdeckt
Mediziner der Universitäten München und Tübingen erhoffen sich Fortschritte und langfristige Erfolge in der Behandlung der Netzhautkrankheit.
Berlin. Mit einer neuen Gentherapie erhoffen sich Mediziner der Universitäten München und Tübingen Fortschritte in der Behandlung der erblichen Augenkrankheit Retinitis pigmentosa. Bei Mäusen habe die vielversprechende Methode deutliche und auch langfristige Erfolge erzielt, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Netzhautdegeneration führt den Angaben zufolge häufig zur Erblindung. In Deutschland litten etwa 20.000 Menschen unter der Krankheit. Sie beginne meist im Jugendalter mit Nachtblindheit, nach und nach enge sich das Gesichtsfeld ein. Ursache sei die Degeneration von Fotorezeptoren der Netzhaut.
+++ Viele neue Therapieansätze für Sehbehinderte +++
Für bestimmte Formen der Krankheit existierten zwar schon Erfolg versprechende Therapie-Ansätze, erklären die Wissenschaftler. "Es gibt aber bisher keine effiziente Behandlungsmöglichkeit bei direkt betroffenen Fotorezeptoren, was die häufigste Ursache ist", sagt der Pharmakologe Stylianos Michalakis. Durch den Einsatz sogenannter AAV-Gentransfervektoren sei es seinem Forscherteam gelungen, ein therapeutisches Gen in die Retina von Mäusen einzuschleusen. Dadurch hätten die degenerierten Rezeptoren reaktiviert werden können.
+++ Stammzellen sollen kranke Zellen im Auge ersetzen +++
"Besonders wichtig ist, dass das Gehirn der therapierten Mäuse die neuen Informationen auch korrekt verarbeitet, was wir mit einem Sehtest nachweisen konnten", sagt Michalakis. Der neue Ansatz zeichne sich auch durch seine lang anhaltende Wirkung aus. Ein Jahr nach Therapiebeginn sei der positive Effekt im behandelten Teil der Netzhaut noch deutlich nachzuweisen












