19.07.12

Fettleibigkeit

Immer mehr XXL-Patienten lassen sich den Magen operieren

Adipöse Menschen legen sich immer häufiger unters Messer, um ihr Gewicht in den Griff zu bekommen. Eingriffe mit Magenband & Co. erreichen Rekord.

Foto: dpa/DPA
Übergewichtige Menschen im Krankenhaus
Chirurgin Sophie Krüger bei der Nachuntersuchung eines Adipositas-Patienten

Hamburg. Stark übergewichtige Menschen legen sich immer häufiger unters Messer, weil sie ihr Gewicht nicht unter Kontrolle bekommen. Die Zahl der Magenoperationen hat im vergangenen Jahr bei der DAK-Gesundheit einen neuen Höchststand erreicht, sagte ein Sprecher in Hamburg. "Seit 2008 stiegen die Eingriffe in der sogenannten Adipositas-Chirurgie um 60 Prozent an." Vor allem Frauen würden operiert.

Bundesweit wurden im Jahr 2011 bei der Kasse 647 Operationen mit Magenband, Magenballon oder Magenverkleinerung abgerechnet. 2008 waren es noch 406 Fälle. "Allein von 2010 auf 2011 gab es einen weiteren Anstieg um sieben Prozent, der sich auch in diesem Jahr fortsetzt", hieß es. Im ersten Quartal 2012 seien bereits 193 Eingriffe gemeldet worden. Die Gesamtkosten für die Behandlung der "XXL-Patienten" kletterten nach Angaben der Kasse von 2008 bis 2011 um 115 Prozent und liegen nun bei 4,4 Millionen Euro.

In Hamburg und Berlin lägen die Quoten der behandelten fettleibigen Patienten weit über dem Bundesdurchschnitt, berichtete der Sprecher – das gehe aus der Krankenhausstatistik hervor. Gründe dafür konnte er jedoch nicht nennen.

+++ Ein Rettungswagen für XXL-Patienten +++

"Die seit Jahren steigenden Zahlen von Operationen bei Patienten mit Adipositas sind ein deutliches Warnsignal", sagte Peter Rowohlt von der DAK-Gesundheit. "Es stellt sich die Frage, ob alle Betroffenen frühzeitig und umfassend über mögliche Alternativen und lebenslange Konsequenzen aufgeklärt wurden." So müssten Lebensstil und Ernährung nach dem Eingriff radikal umgestellt werden. Eine bessere Zusammenarbeit von Klinikärzten, Psychologen und Ernährungsberatern könnte viele OPs verhindern, glaubt Rowohlt.

+++ Dicke fühlen sich in Deutschland diskriminiert +++

Bevor ein solcher Eingriff überhaupt in Frage kommt, müssten andere Methoden wie Ernährungs-, Bewegungs- oder Verhaltenstherapien gescheitert sein. Außerdem müssten die Patienten mehr als fünf Jahre lang einen Body Mass Index (BMI) über 40 haben. Der BMI setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. "Bei einer 1,70 Meter großen Frau würde dies zum Beispiel ein Gewicht von 117 Kilogramm bedeuten." Bei chronischen Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Wirbelsäulenbeschwerden kommt eine OP auch bei geringerem BMI in Betracht.

+++ Übergewicht beim Kind richtig angehen +++

In Deutschland bringen nach dem aktuellen Gesundheitssurvey für Erwachsene des Berliner Robert Koch-Instituts zwei Drittel der Männer und mehr als die Hälfte aller Frauen mit einem BMI von über 25 zu viele Kilos auf die Waage. Ein BMI von 25 gilt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grenze zum Übergewicht. Ein Viertel der Befragten ist mit einem BMI über 30 krankhaft fettleibig (adipös). Einige Wissenschaftler kritisieren den BMI allerdings als zu vereinfachend.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Fussball
22.05.13HSV
Aus für Arnesen offiziell - Schmadtke neuer Favorit

Der HSV-Aufsichtsrat hat die Entlassung des Sportchefs beschlossen. Nachdem Andreas Rettig absagte, ist nun Jörg Schmadtke neuer Favorit auf den Posten. mehr...


2011 sicherte sich das ZDF-„heute-journal“ mit Claus Kleber die Zukunft: „heute journal plus“ ist die Internetvariante des Nachrichtenmagazins
22.05.13Kollegenschelte
Claus Kleber lästert über die "Tagesschau"

Der Chef des "heute-journals", Claus Kleber, und Ex-"Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert halten das Konzept der "Tagesschau" für veraltet. Junge Leute brauchen die Sendung so nicht, finden sie. mehr...


Abgeblasen. Das Verteidigungsministerium hat die Entwicklung des Dronenprojekts „Euro Hawk“ gestoppt. Der Schaden geht in die Milliarden
22.05.13Euro Hawk
Ein Problem, so groß wie die Elbphilharmonie

Der Verteidigungsminister bricht sein Schweigen zum gescheiterten Drohnenprojekt Euro Hawk und verspricht Transparenz. Doch die verlorenen Millionen der Steuerzahler bringt das nicht zurück. mehr...

Menschenleeres Freibad
22.05.13Wetter
Schietwetter: Freibäder machen schon wieder dicht

Die Anlagen in Hamburg leiden unter dem anhaltenden schlechten Wetter. Die Feuerwehr rückte zu rund 100 Einsätzen aus, um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen abzupumpen. In Winterhude lief… mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Berlin
So wenige Drogentote wie seit 25 Jahren nicht mehr

In Deutschland gibt es immer weniger Drogentote. Laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, sind die Zahlen auf…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg

Starkregen verursacht zahlreiche Schäden

Offiziell eingeweiht

Bildungszentrum in Wilhelmsburg eröffnet

Monster-Tornado in Oklahoma

Handball

HSV Hamburg schlägt die Füchse Berlin

tb_meravis.gif
Meravis

Neuer Raum für Hamburgmehr

Highlights