08.06.12

Studie

Toxoplasmose-Therapie zeigt effektive Erfolge

Toxoplasmose während der Schwangerschaft kann den Embryo schädigen. Eine in Deutschland angewandte Therapie zeigt sich als sehr wirkungsvoll.

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Katzen können Toxoplasmose-Erreger übertragen
Katzen können Toxoplasmose-Erreger übertragen. Eine in Deutschland angewendete Therapie zeigt während der Schwangerschaft Erfolge

Göttingen. Die in Deutschland angewandte Therapie gegen Toxoplasmose in der Schwangerschaft ist einer Studie zufolge wirkungsvoll. Sie ist zum Teil sogar effektiver als andere in Europa verbreitete Behandlungen, wie aus der Untersuchung unter Leitung von Uwe Groß von der Universitätsklinik Göttingen hervorgeht. Je früher die Therapie beginnt, umso besser wirkt sie, heißt es in der im Fachblatt "Clinical Infectious Diseases" veröffentlichten Arbeit.

Infiziert sich eine Frau während der Schwangerschaft mit Toxoplasmose, kann dies beim Kind dauerhafte Fehlbildungen zur Folge haben. Oft verläuft die Infektion allerdings unbemerkt, ein Bluttest bringt Aufklärung. Zeigt dieser an, dass eine frische Infektion vorliegt, wird in Deutschland in der Regel über mindestens vier Wochen eine Therapie mit bestimmten Medikamenten durchgeführt. In anderen europäischen Ländern wird die Toxoplasmose in der Schwangerschaft meistens anders behandelt als hierzulande.

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+++Stress in der Schwangerschaft beeinflusst Suchtverhalten+++

Groß und Kollegen untersuchten 685 Frauen, die sich während der Schwangerschaft erstmals mit Toxoplasmose infiziert hatten, sowie über einen Zeitraum von jeweils drei Jahren hinweg ihre Kinder. Ergebnis: Mit der in Deutschland üblichen Therapie wird das Risiko einer Übertragung der Toxoplasmen von der Mutter auf das Kind deutlich gesenkt. "Im Vergleich zu Untersuchungen an unbehandelten Schwangeren oder zu Therapieschemata anderer Länder haben wir eine Rate von weniger als fünf Prozent", sagt Groß. So wurden bei den 685 frisch infizierten Schwangeren insgesamt 33 Kinder mit einer sogenannten pränatalen Toxoplasma-Infektion beobachtet. Von diesen wiederum wiesen nur elf Kinder klinische Symptome bei der Geburt oder innerhalb ihrer ersten Lebensjahre auf. "Die Untersuchungen zeigen aber auch, dass ein Nachsorge-Programm der betroffenen Kinder wünschenswert wäre", betont Groß.

Toxoplasmose gehört zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten, die durch Parasiten verursacht werden. Anstecken kann man sich zum Beispiel durch den Verzehr von unzureichend erhitzten Fleischprodukten infizierter Tiere oder durch den Kontakt mit infizierten Katzen. Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion in der Regel ohne Symptome.

(dapd)
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