11.05.12

Chemie in Teddy und Co.

Wie Sie schadstoffbelastetes Spielzeug erkennen können

Das Stofftier oder das neue Spielzeugauto sollten nicht nach Chemie riechen. Um sicherzugehen, sollten waschbare Spielzeuge gewaschen werden.

Foto: picture alliance
Gefährliches Spielzeug: Chemikalien werden etwa als Weichmacher für Plastik oder in Farben eingesetzt. Arsen gilt als krebserregend und kann Hautveränderungen auslösen, Blei kann die Hirnentwicklung stören
Kinder nehmen Spielzeug auch gerne mal in den Mund. Das kann gefährlich sein, ist das Spielzeug mit Schadstoffen belastet

München. Die aktuellen Meldungen zur hohen Schadstoffbelastung in Spielzeug verunsichern viele Eltern. Aber was können diese tun, um das Gift von den Kindern fernzuhalten? Ob Spielzeug mit Schadstoffen belastet ist, sieht man ihm nicht an. Ein Geruchstest kann aber Aufschluss geben. "Eltern sollten keine Produkte kaufen, die stark chemisch oder nach Parfüm riechen", rät Heidi Atzler vom TÜV Süd. "Das könnte ein Hinweis auf Schadstoffe sein." Um sicherzugehen, werden die Spielwaren am besten vor dem ersten Gebrauch abgewaschen. Sind die Sachen aus Stoff oder Plüsch, sollte man sie gut trocknen lassen, damit sich keine Schimmelpilze bilden.

Orientierung gibt auch das GS-Zeichen. Es steht für Geprüfte Sicherheit und untersucht unter anderem, ob und in welchem Maße Inhaltsstoffe wie Weichmacher in dem Produkt stecken und wie viel davon nach außen abgegeben wird. Weiterhin wird überprüft, wie leicht die Spielzeuge entflammbar sind. Das Zeichen wird von einem unabhängigen Institut vergeben – im Gegensatz zum CE-Zeichen, mit dem der Hersteller selbst bestätigt, dass sein Produkt bestimmte Mindestanforderungen erfüllt.

+++Bundesregierung klagt gegen höhere Schadstoffgrenzen+++

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Bei der Auswahl von Spielzeug für kleine Kinder sollten Eltern außerdem runde Sachen wählen. Sie sollten die Waren vor dem Kauf in die Hand nehmen und testen, ob spitze Ecken und Kanten möglicherweise Verletzungen zufügen können, erläutert Atzler. Vor allem bei Kindern unter drei Jahren sollten die Spielsachen keine kleinen Einzelteile enthalten. "Sie sollten nichts in die Finger kriegen, was kleiner als eine Zwei-Euro-Münze ist", sagt Atzler. Dadurch lasse sich einer Erstickung vorbeugen.

Auch nach dem Kauf sollten Eltern regelmäßig einen Blick auf die Spielsachen ihrer Kinder werfen und prüfen: Haben sich Kleinteile gelöst? Geht die Farbe ab oder laufen Flüssigkeiten aus? Im Zweifelsfall sollten die Spielwaren lieber aussortiert werden.

Die Bundesregierung will verhindern, dass strenge Grenzwerte zum Schutz der Kinder von einer EU-Richtlinie aufgeweicht werden. Dazu will sie eine Klage gegen die geplante Richtlinie einreichen. Der neuen Bestimmung zufolge sollen ab Juli 2013 höhere Belastungen von Blei, Arsen und Quecksilber in Spielzeug zulässig sein, als derzeit in Deutschland erlaubt sind.

Schadstoffhaltige Textilien kann man oftmals riechen
Mit Chemikalien behandelte oder schadstoffhaltige Kleidung kann dem Menschen schaden. Vor dem Kauf kann man diese nur schlecht ausmachen, erläutert Andreas Metzger vom TÜV Rheinland in Köln. Denn allergische Farb- oder hautreizende Schadstoffe würden nicht durch das Anziehen, sondern erst durch längeres Tragen ihre Wirkung zeigen.
Einen Hinweis könne aber oft die Nase geben: "Riecht etwas nicht angemessen, sollte man die Finger davon lassen", rät Metzger. Darüber hinaus geben Kennzeichen wie das Europäische Umweltzeichen oder das Tooxproof-Label vom TÜV Rheinland Auskunft, zum Beispiel ob gesetzliche Grenzwerte eingehalten wurden. Und das Label Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziere Klamotten aus Naturfasern, erläutert Metzger.
Ob Metall an der Kleidung, etwa Knöpfe oder Schnallen, nickelhaltig sind und die Haut von Allergikern reizt, könne ein Nickelreibetest aus der Apotheke zeigen. "Aber das geht nur, wenn der Knopf nicht mit einer Lackschicht überzogen ist."
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Dienstag eine Studie zu Rückstanden der hormonell wirksamen Nonylphenolethoxylate (NPE) in Import-Textilien veröffentlicht. NPEs gelten für Menschen nicht als unmittelbar gesundheitsschädlich. Ein beträchtlicher Anteil der Belastung wird laut Studie auch meist schon durch einen Waschgang in der herkömmlichen Waschmaschine herausgeschwemmt.
Allerdings gelange NPE dadurch in die Kanalisation und in die Kläranlagen, und darüber wiederum in die Umwelt. In der Europäischen Union sei die Verwendung von NPEs in der Produktion verboten oder stark eingeschränkt.
Quelle: dpa
(dpa/tmn)
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