Psychologie
Essstörungen: besonders Frauen und Fettleibige betroffen
Laut einer Studie leiden Frauen wesentlich häufiger unter einer Essstörung als Männer. 5,6 Prozent der Betroffenen in Deutschland sind weiblich.
Dünn ist nicht dünn genug - Frauen sind viel anfälliger für eine Essstörung als Männer
Foto: picture-alliance / beyond/Vladim/beyond/Vladimir Godnik
Leipzig. Bulimie, Fressanfälle oder Magersucht - Frauen leiden laut einer Studie wesentlich häufiger als Männer unter Essstörungen. 5,9 Prozent der Frauen seien in Deutschland von krankhaftem Essverhalten betroffen. Unter Männern treffe dies auf lediglich 1,5 Prozent zu, wobei die Tendenz steigend sei, teilte die Universität Leipzig am Dienstag mit. Das Risiko, eine Esstörung zu entwickeln, sei bei Frauen sogar fünfmal so hoch wie bei Männern - dies ergab eine repräsentativen Befragung des „Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen“ in Leipzig, einem Gemeinschaftszentrum von Universität und Universitätsklinik. 2520 Menschen zwischen 14 und 95 Jahren hatten teilgenommen.
Insbesondere fettleibige Männer und Frauen litten unter Essstörungen, ermittelte die Studie weiter. Die Störung trete bei Frauen 11- und bei Männer 20-mal häufiger auf als bei Normalgewichtigen. Übergewicht und Fettleibigkeit entwickelten sich im Zusammenhang mit Störungen im Essverhalten, schlussfolgerte die Studienleiterin Anja Hilbert. Adipositas sei nicht nur ein Problem von Überernährung und Bewegungsmangel, Essstörungen seien mit „erhöhtem seelischen Leidensdruck“ gekoppelt, so die Verhaltensmedizinerin weiter.
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Die Studie hatte zudem verschiedene Altersgruppen untersucht. Störungen im Essverhalten traten in allen auf. Die Häufigkeit nehme aber mit höherem Lebensalter ab. Besonders anfällig seien Frauen bis zum 24. Lebensjahr.




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