31.01.12Neue Methode
Ist Verhütung in Zukunft Männersache?
Mit Ultraschall ist es Forschern gelungen, die Spermienzahl bei Ratten deutlich zu vermindern. Methode auch beim Menschen denkbar.
Foto: picture-alliance / Klaus Rose/dpa
Ultraschall könnte zukünftig als Verhütungsmittel eingesetzt werden (Symbolbild)
Pille, Kondom oder Spirale könnten bald Gesellschaft von einer neuen Verhütungsmethode bekommen. Denn Forscher haben in Tierversuchen erfolgreich Ultraschall zur Verminderung der Spermienzahl eingesetzt, wie
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berichtet. Dafür wurden die Ratten betäubt und die Hoden im Anschluss mit Ultraschall bestrahlt. Eine Bestrahlung im Abstand von zwei Tagen für jeweils eine Viertelstunde brachte die beste Reduktion der Spermien. Für zwei Wochen war die Anzahl der Spermien so gering, dass die Forscher von einer effektiven Verhütung sprechen.
Doch bis die Methode tatsächlich auch beim Menschen Anwendung findet, wird wohl noch einige Laborzeit ins Land gehen. Denn der Ultraschall kann noch lebende Spermien einfach nur beschädigen. Kommt es dann dennoch zu einer Befruchtung, können beim Nachwuchs schwere Behinderungen auftreten.
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Ein bald mögliches Einsatzgebiet könnten laut Forschern aber Haustiere sein. Finanziert wurde die Studie unter anderem von der Gates-Stiftung.
- Herbst 1959: Grünenthal erhält erste Hinweise auf Nervenschäden als Folge einer Contergan-Einnahme
- Herbst 1960: Obwohl Nervenschäden durch Contergan als wahrscheinlich gelten und das Mittel somit nicht ungiftig sein kann, bewirbt Grünenthal das Mittel weiter als ungiftig.
- 15. November 1961: Der junge Hamburger Oberarzt Widukind Lenz weist Grünenthal in einem Telefonat auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Contergan und Missbildungen bei Neugeborenen hin. Weil er vertröstet wird, schreibt er am selben Tag in einem Brief an das Unternehmen: "Ich halte es für erforderlich, dass das Medikament sofort aus dem Handel zurückgezogen wird."
- 18. November: Widukind Lenz schildert auf der Jahrestagung rheinisch-westfälischer Kinderärzte seinen Verdacht – ohne Contergan beim Namen zu nennen.
- 20. November: Lenz bekommt überraschend Besuch von Grünenthal. Die beiden Delegierten werfen ihm "Rufmord an einem Medikament" vor. Beim Gespräch mit der Hamburger Gesundheitsbehörde gibt Grünenthal an, es werde Contergan nicht zurückziehen. Das Unternehmen verschickt einen Rundbrief an knapp 67 000 Ärzte und betont die Vorzüge von Contergan.
- 24. November: Das nordrhein-westfälische Innenministerium verlangt mit Nachdruck die Marktrücknahme. Grünenthal lehnt ab, ist aber bereit, das Schlafmittel mit dem Klebezettel zu versehen: "An Schwangere nicht zu verabreichen".
- 25. November: Nach einer firmeninternen Besprechung bei Grünenthal werden an Ärzte und Apotheker 1000 Mitteilungen mit dem Hinweis verschickt, Contergan könne das Erbgut schädigen.
- 26. November: Die "Welt am Sonntag" berichtet über den Verdacht, Contergan könne zu Missbildungen bei Neugeborenen führen. Die Grünenthal-Firmenspitze beschließt, Contergan aus dem Handel zu nehmen und telegrafiert an das Innenministerium: "Bis zur wissenschaftlichen Klärung ziehen wir Contergan mit sofortiger Wirkung aus dem Handel zurück."
(abendblatt.de/PCGames)