Krankenkassen
Zu hohe Verwaltungskosten: Bürokratie-Abbau gefordert
Die Bürokratie blockiere die medizinische Versorgung der Patienten. 2010 wurde ein Viertel der Gesamtausgaben für die Verwaltung aufgewendet.
Die Verwaltungskosten bei Gesetzlichen Krankenversicherungen sind zu hoch
Foto: dapd/DAPD
Münster. Wie breits der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert auch der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, die hohen Verwaltungskosten bei der Gesetzlichen Krankenversicherung. Es sei dringend notwendig, den überbordenden „Bürokratie-Wahnsinn“ in den Krankenhäusern und Praxen zu stoppen, forderte Windhorst am Dienstag in Münster.
Der Mediziner bezieht sich auf eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearny, wonach im Jahr 2010 fast ein Viertel der Gesamtausgaben der Gesetzlichen Kassen in Höhe von 176 Milliarden Euro für die Verwaltung aufgewendet wurden. „Das sind Versichertengelder, die der Patientenversorgung entzogen werden“, sagte Windhorst.
„Der bürokratische Wahnsinn in unserem Gesundheitssystem blockiert seit Jahren an vielen Stellen die medizinische Versorgung der Patienten“, beklagte der Ärztekammer-Präsident. Klinikärzte müssten mittlerweile ein Drittel ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben zubringen. Auch die niedergelassenen Ärzte fehle es durch die Belastung von „dauernden Dokumentationen und unnötigem Papierkram“ an Zeit für die Patienten.
Die Dokumentationspflichten muss nach Ansicht von Windhorst weniger werden, um neben der Kostenfrage auch den Arztberuf wieder attraktiver zu machen. „Der Arbeitsplatz von jungen Medizinern ist nicht der Schreibtisch, sondern am Krankenbett.“ (epd)




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