Sachsen-Anhalt
Dioxin-Verdacht: 31.000 Tonnen Tierfutter gesperrt
Die Zuckerrüben-Ernte läuft auf Hochtouren. In einer Fabrik wurden überhöhte Dioxin-Werte gemessen. Tausende Tonnen Futtermittel gesperrt.
DieZuckerfabrik Pfeifer und Langen in Könnern (Salzlandkreis). Bei Eigenkontrollen Ende Oktober hatte das Kölner Zuckerunternehmen nach Angaben des NRW-Landwirtschaftsministeriums eine leichte Überschreitung der Dioxin-Grenzwerte festgestellt. Es liefert Zuckerrübenschnitzel an Futtermittelhersteller.
Foto: picture alliance / ZB/dpa-Zentralbild
Wegen des Verdachts auf eine Dioxin-Belastung sind in Sachsen-Anhalt rund 31 000 Tonnen Tierfutter aus dem Verkehr gezogen worden. Weitere 3700 Tonnen Zuckerrüben-Pellets aus einer Zuckerfabrik in Könnern im Salzlandkreis, die in andere Bundesländer geliefert worden waren, wurden ebenfalls gesperrt, wie das Umweltministerium in Magdeburg am Mittwoch mitteilte.
Das Kölner Unternehmen Pfeifer & Langen KG hatte in zwei seiner Werke – das andere liegt in Euskirchen in Nordrhein-Westfalen – eine überhöhte Dioxin-Belastung festgestellt und die Behörden informiert. Erste amtliche Untersuchungen in Sachsen-Anhalt hätten allerdings Werte unterhalb der Grenzwerte ergeben, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Detlef Thiel.
Die Zuckerrüben-Pellets werden in der Regel an Kühe verfüttert. In einem Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Mittwoch) war sogar unter Berufung auf Angaben des Ministeriums von 323 000 Tonnen gesperrter Futtermittel die Rede. Diese Zahl sei allerdings aufgrund einer nicht eindeutigen Auskunft des Unternehmens zur Maßeinheit falsch gewesen, sagte der Ministeriumssprecher.
+++Dioxin in Futtermittel-Zusätzen gefunden+++
Die Rübenschnipsel sollen jetzt weiter untersucht werden. Was mit der möglicherweise belasteten Menge geschieht, stehe noch nicht fest. In den Zuckerfabriken wird aus Rüben Zucker für den Verzehr und auch für industrielle Zwecke hergestellt. Die übrig bleibenden Reste werden zu Pellets für die Tierfütterung verarbeitet. Nach Angaben des Ministeriums ist der hergestellte Zucker nicht mit Dioxin belastet.
Das Unternehmen in Köln hatte am Montag über den Dioxinverdacht informiert und wollte am Mittwoch keine weitere Stellungnahme abgeben. Wie das Dioxin in das Tierfutter gelangen konnte, blieb zunächst unklar. Denkbar sind Verunreinigungen bei der Produktion als auch belastete Anlieferungen von Zuckerrüben. Die Zuckerfabrik in Könnern wurde 1993 gegründet, hat 220 Mitarbeiter und kann pro Tag rund 16 500 Tonnen Rüben verarbeiten.




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