07.10.11Kinderkrankheiten
Masern immer häufiger auch bei Erwachsenen
Die Zahl der Erkrankten verdoppelte sich im laufenden Jahr. Grund ist die fehlende Schutzimpfung im Kindesalter der Betroffenen.
Foto: dapd
Die Masern-Impfung ist ein zuverlässiger Schutz gegen die Krankheit
Berlin. Masern ist typischerweise eine Kinderkrankheit. Aber auch immer mehr Menschen im Erwachsenenalter erwischt es. Mehr als 1.500 Menschen in Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres an Masern erkrankt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 780, im Jahr 2009 rund 570 Erkrankte. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) weist darauf hin, dass immer häufiger auch junge ungeimpfte Erwachsene betroffen sind.
"Masern heißen ja deshalb Kinderkrankheit, weil sie so hoch ansteckend sind, dass die Krankheit früher fast nur im Kindesalter auftrat", sagt Martin Terhardt vom BVKJ. Mit der Einführung der Masern-Impfung sei die Erkrankung erfolgreich zurückgedrängt worden. "Heute sind deutlich mehr als 90 Prozent der Kleinkinder gegen Masern geimpft. Doch die Impflücken bei den jungen Erwachsenen sind immer noch sehr groß", betont er.
+++Deutlich mehr Masernfälle in Berlin+++
+++Impfauffrischung schützt im Alter vor Krankheiten+++
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) allen Personen, die nach 1970 geboren wurden und die Masern nicht durchgemacht haben, deren Impfstatus unklar ist, oder die gar nicht oder mit nur einer Impfung in der Kindheit geimpft wurden. Eine Masernerkrankung kann mit schweren Komplikationen verbunden sein. "Masern werden häufig begleitet von Lungen- und Augenentzündungen. Besonders gefürchtet ist eine Entzündung des Gehirns, denn die so genannte Masernenzephalitis kann auch tödlich enden", warnt Terhardt. Jeder Praxisbesuch eines jungen Erwachsenen sollte genutzt werden, um den Impfstatus zu überprüfen, empfiehlt er.
Cholera
Die Symptome:
Die Cholera ist eine schwere Darmerkrankung. Die Erreger werden über fäkal-verunreinigte Nahrungsmittel oder infiziertes Trinkwasser übertragen. Plötzlich einsetzende, wässrige Durchfälle, zum Teil mit Erbrechen, führen innerhalb von Stunden zu lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlusten.
Impfung:
Die Choleraimpfung ist eine Schluckimpfung. Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre benötigen zweimal eine Dosis im Abstand von ein bis sechs Wochen.
Gelbfieber:
Die Symptome:
Gelbfieber wird durch Stechmücken übertragen. Die Infektion beginnt plötzlich mit hohem Fieber. Oft heilt die Krankheit danach aus. Es kann jedoch nach einer Woche zu einer dramatischen Verschlechterung mit Gelbsucht und Blutungen kommen, gefolgt von Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nieren-Versagen.
Impfung:
Es ist nur eine einzige Impfung nötig, die etwa ab dem zehnten Tag nach der Verabreichung einen sicheren Schutz bietet. Nach zehn Jahren ist eine Auffrischungsimpfung erforderlich.
Hepatitis A:
Die Symptome:
Die Viren werden durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen. Die Erkrankung beginnt mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird in den meisten Fällen der Urin dunkel und der Stuhl hell, schließlich entwickelt sich eine Gelbfärbung der Haut.
Impfung:
Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten notwendig. Der hält dann für zehn Jahre.
Hepatitis B:
Die Symptome:
Hepatitis B wird beim Kontakt mit infizierter Körperflüssigkeit übertragen. Bis zum Ausbruch können bis zu sechs Monate vergehen. Oft beginnt die Krankheit mit Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird der Urin dunkel, der Stuhl hell, es kommt zur Gelbfärbung der Haut. In etwa zehn Prozent der Fälle geht die Krankheit in einen chronischen Verlauf über.
Impfung:
Für einen vollständigen Impfschutz sind drei Impfungen im Abstand von mehreren Wochen notwendig. Eine Auffrischungsimpfung ist jeweils alle zehn Jahre erforderlich.
Japanische Enzephalitis:
Die Symptome:
Diese Virusinfektion wird von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Sie kann zu einer schweren Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, und Lähmungserscheinungen. Fast ein Drittel aller Erkrankten stirbt.
Impfung:
Für einen zuverlässigen Schutz, sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen notwendig.
Polio (Kinderlähmung):
Die Symptome:
Die Ansteckung erfolgt über verunreinigte Nahrungsmittel, aber auch von Mensch zu Mensch. Nach 7 bis 14 Tagen kommt es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen. Gelangt das Virus in das Zentralnervensystem, sind Lähmungen die Folge. Ist das Zwerchfell betroffen, kommt es zum Atemstillstand.
Impfung:
In Deutschland werden in der Regel Babys ab dem dritten Lebensmonat gegen Polio geimpft.
Tollwut:
Die Symptome:
Tollwut ist eine Viruserkrankung, die fast immer durch den Biss eines infizierten Tieres auf den Menschen übertragen wird. Kommt es zum Ausbruch beginnt dieser beim Menschen mit Schmerzen und Kribbeln im Bereich der meist bereits verheilten Bissstelle und führt über Krämpfe, Erregungszustände und Lähmungen innerhalb von 2 Wochen zum Tod.
Impfung:
Um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, sind mindestens drei Impfungen innerhalb von drei bis vier Wochen notwendig.
Typhus:
Die Symptome:
Typhus ist eine schwere fieberhafte Erkrankung. Die Erreger gelangen mit verunreinigter Nahrung oder Trinkwasser in den Körper. Die Symptome sind hohes Fieber, Kopfschmerzen und Verstopfung. Im zweiten Stadium treten Hautveränderungen auf, Leber und Milz vergrößern sich stark, es kann zu erbsenbreiartigen Durchfällen kommen. Weitere Komplikationen sind Hirnhaut-, Lungen-, Herz- und Knochen-Entzündungen.
Impfung:
Die Typhusimpfung bietet einen Schutz von 50 bis 70 Prozent.
Weitere Informationen zu Impfstellen und Auskünfte über Reiseziele unter
www.crm.de
(dapd)