24.08.11

Tropenvirus

Mücken als Überträger: West-Nil-Fieber in Europa

Eigentlich ist der Erreger in den Tropen beheimatet. Mittlerweile können Mücken auch in Ost- und Südosteuropa das Virus auf den Menschen übertragen.

Foto: dpa
Malaria-Mücke
Mücken übertragen das Virus, das beim Menschen das West-Nil-Fieber auslöst

Düsseldorf. Moskitos sind in der westlichen Welt vor allem dafür bekannt, Krankheiten wie Malaria zu übertragen. Ein weniger bekanntes Virus, das ebenfalls von den Insekten übertragen wird, löst das West-Nil-Fieberaus. Dias Virus hat sich in den letzten jahren kontinuierlich Richtung Europa ausgebreitet. Nun wird vor einer Ansteckung durch Mückenstiche in Süd- und Osteuropa gewarnt. Gerade Touristen sollten sich vor Stichen schützen.

Seit Ende Juli wurden nach Angaben des Centrums für Reisemedizin (CRM) aus Griechenland, Rumänien, Russland und Albanien 56 Fälle gemeldet. Die Zahl der Erkrankungen ist nach Beobachtung des CRM bereits 2010 im Vergleich zu den Jahren davor deutlich angestiegen. Allein in Griechenland gab es 257 bekanntgewordene Fälle. Viele Patienten waren ins Krankenhaus gekommen, weil sie Anzeichen von Hirnhautentzündungen hatten. Für diesen Sommer und Herbst sei mit zahlreichen weiteren Fällen zu rechnen.

Das West-Nil-Fieber ist eine grippeähnliche Virusinfektion, die lange Zeit vor allem in den Tropen und Subtropen bekannt war, aber schon seit längerem auch in Nordamerika vorkommt. Die Krankheit bricht drei bis sechs Tage nach der Infektion aus. Symptome sind zum Beispiel Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Etwa ein Drittel der Erkrankten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Seltener sind Hirnhautentzündungen. Im schlimmsten Fall verläuft die Krankheit tödlich.

Das Virus wird durch nachtaktive Mücken übertragen. Mückenschutz ist deshalb insbesondere nachts wichtig – und in der Dämmerung. Dazu gehört, in Innenräumen Fenster und Bett mit Moskitonetzen zu schützen. Die Netze sollten nach Empfehlung der Reisemediziner eine Lochgröße zwischen 1,2 und 1,5 Millimeter haben. So sind sie feinmaschig genug, die Mücken tatsächlich abzuhalten.

Sicherheitshalber kann das Netz noch mit dem Insektizid Permethrin imprägniert werden, raten die Experten vom CRM. Ein guter Mückenschutz ist außerdem ausreichende Luftzirkulation. Im Freien sollte die Kleidung möglichst viel Haut bedecken, damit die Mücken nicht so leicht zustechen können. Auf freie Hautstellen werden am besten Mückenabwehrmittel aufgetragen – solche, die den Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) enthalten, schützen in der Regel mindestens drei Stunden vor stechenden Insekten.

(dpa/tmn)
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