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Gesundheit

Medikamente

Suchtexperten warnen: Hirndoping in der Bevölkerung nimmt zu

Gegen erhöhten Leistungsdruck in Job, Uni und Schule greifen immer häufiger Menschen auf Pillen gegen Stress und für mehr Konzentration zurück.

Medikamente werden nach Ansicht von Experten viel zu oft als leistungssteigernde Drogen missbraucht
Foto: picture-alliance/chromorange

München. Eigentlich als Medikamente gegen Krankheiten wie ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) oder Demenz gedacht, werden viele Medikamente auch zur Leistungssteigerung eingesetzt. Suchtexperten warnen vor diesem "Hirndoping" mit Medikamenten. Angesichts des wachsenden Erfolgsdrucks in Schule, Ausbildung und Beruf seien viele Menschen bereit, zu einer leistungssteigernden Pille zu greifen, teilte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) am Montag in München mit. Das sei jedoch ein Irrweg. „Es sind verschreibungspflichtige Medikamente, die missbräuchlich verwendet werden“, betonte DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann.

Dabei gebe es nicht einmal belastbare Studien, die belegen, dass die Arzneien bei Gesunden tatsächlich positive Effekte auf die Hirnleistung hätten, sagte Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. Teilweise sei sogar das Gegenteil der Fall: Nicht selten verschlechtere sich die Leistungsfähigkeit sogar. Zudem riskierten die Konsumenten Abhängigkeiten, Nebenwirkungen und mögliche Langzeitfolgen, die bisher nicht bekannt seien.

Etwa 100 Wissenschaftler befassen sich bei einem wissenschaftlichen Symposium der DHS bis zum 22. Juni in Tutzing mit dem Thema „Hirndoping“. Letztlich könnten die wachsenden Anforderungen an die Leistungsgesellschaft ohnehin nicht durch den einzelnen Menschen ausgeglichen werden. In der Schule und am Arbeitsplatz müsse vielmehr über vorbeugende Maßnahmen nachgedacht werden. (dpa)

 

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