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Gesundheit

Darmkeim EHEC

EU genehmigt Hilfen für EHEC-geschädigte Bauern

Ursprünglich hatte die EU-Kommission Zahlungen in Höhe von 150 Millionen Euro vorgeschlagen, nun werden 210 Millionen ausgeschüttet.

Die europäischen Landwirte erhalten eine Entschädigung für ihre Umsatzeinbußen
Foto: dpa/DPA

Brüssel/Rendsburg/Hamburg . Die Kommission der EU hat Hilfen in Höhe von 210 Millionen Euro für EHEC-geschädigte Bauern genehmigt. Die genaue Summe solle bis zum 22. Juli feststehen, teilte die Kommission nach der Zustimmung eines Expertengremiums am Dienstag mit. Zunächst waren Hilfen von lediglich 150 Millionen Euro vorgesehen, weil viele Bauern wegen der Ehec-Epidemie Einbußen verzeichneten. Besonders der Absatz von Gurken, Tomaten und Salat ging in den vergangenen Wochen stark zurück, nachdem die Gemüsesorten in Verdacht gestanden hatten, die gefährlichen Bakterien zu verbreiten. Schließlich wurden in Deutschland Sprossen als Infektionsquelle ermittelt. An den Folgen der Darminfektion starben bislang 36 Menschen.

Gemüse im Norden wieder gefragt

Die Erleichterung der Verbraucher schlägt sich sofort im Verlauf nieder. Nach der EHEC-Entwarnung für Tomaten, Gurken und Blattsalat ist Gemüse bei den Verbrauchern im Norden wieder gefragt. „Der Verbraucher hat gleich reagiert, die Nachfrage steigt“, sagte der Vorstandschef der Verwaltungsgenossenschaft des Hamburger Großmarktes, Hans Joachim Conrad, am Dienstag. Die Menschen fassten wieder Vertrauen. Bis das vorherige Niveau im Gemüsekonsum wieder erreicht sei, könnten aber noch etwa zwei Wochen vergehen.

Gemüse werde wieder gekauft, sagte auch Klaus Dahmke vom Bauernverband Schleswig-Holstein am Dienstag. Für Pfingsten sei die amtliche Entwarnung jedoch zu spät gekommen, so dass die Verbraucher in vielen Supermärken vor leeren Gemüseregalen gestanden hätten. Die großen Verbraucher-Ketten hätten es nicht mehr geschafft, nach der Aufhebung der Verzehrwarnung rechtzeitig zu ordern, sagte Dahmke: „Die Ware war produziert und im Vertrieb, aber sie konnte nicht ins Regal gebracht werden.“

„Jetzt müssen wir alles tun, um das Vertrauen der Verbraucher wieder zu gewinnen“, betonte Dahmke. Gleichzeitig sprach er die Hoffnung aus, dass den betroffenen Gemüsebauern schnell und unbürokratisch geholfen werde. Mehr als zwei Wochen lang sei der Gemüsemarkt um mehr als die Hälfte eingebrochen. Über die Höhe der Schäden gibt es laut Dahmke bislang keine konkreten Zahlen.

Die angekündigten EU-Hilfen sind nach Ansicht des Bauernverbands immer noch viel zu gering, um die finanziellen Verluste der Landwirte auszugleichen. „Für die Einzelnen wird das lediglich eine Unterstützung, eine Hilfe sein“, meinte Dahmke. „Auf dem Schaden bleiben sie letztendlich ganz alleine sitzen.“ Die Landwirte seien aufgefordert worden, ihre Ausfälle zu dokumentieren, um ihren Anteil von den Geldern aus Brüssel zu bekommen.

(rtr/abendblatt.de)

 

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