Diabetes
Hoffnung für Diabetes-Kranke: Neue Methode im Test
Diabetes-Typ-1-Patienten können auf mehr Lebensqualität hoffen. Eine neue Behandlunsmethode scheint durch erfolgreiche Tierversuche greifbar.
Ein Hoffnungsschimmer für Diabtes-Typ-1-Patienten. Eine neue Methode wurde getestet, die den Patienten zu einer besseren Lebensqualität verhelfen könnte.
Foto: Picture Alliance
Dresden. Eine neue Methode für Diabetes-Typ-1-Patienten wurde erstmals im Tierversuch nachgewiesen. Dresdner Wissenschaftler haben mit Unterstützung des US-Medizin-Nobelpreisträgers Andrew V. Schally bei Anregung von Wachstumshormonen mit Hilfe einer speziellen Substanz Wachstum, Funktion und Lebensdauer der Insulin produzierenden Zellen verbessern können. "Wir gehen davon aus, dass damit primär Funktion und Lebensdauer steigen", sagte die an der Universitätsklinik Dresden tätige Wissenschaftlerin Barbara Ludwig.
Für eine Anwendung der Methode beim Menschen bedürfe es noch weiterer Forschungen. Es könne aber schätzungsweise in etwa fünf Jahren so weit sein. Diabetes Typ I tritt meist schon in der Kindheit auf. Insulinbildende Zellen werden dabei zerstört.
Ludwig erklärte, dass man den Patienten derzeit grundsätzlich bis zu drei Mal Inselzellen transplantieren könne. Die transplantierten Inselzellen hätten bisher aber nicht immer die erhoffte Lebensdauer und Leistungsfähigkeit. Die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse sind der Ort für die Bildung von Insulin, das wiederum den Blutzuckerspiegel regelt.
Mit der neuen Methode wären Nach-Transplantationen überflüssig und die Lebensqualität von Patienten mit Diabetes Typ I, deren Zuckerhaushalt trotz Medikamente stark schwanke, deutlich besser, sagte Ludwig. "Die meisten von ihnen sind mit künstlichem Insulin behandelbar, nur weltweit etwa fünf Prozent nicht."
Ihre Versuche mit Mäusen lassen hoffen. Den Tieren wurden Inselzellen von Ratten transplantiert, deren Hormonausschüttung zuvor durch die spezielle Substanz angeregt wurde. "Die transplantierten Inselzellen zeigten im Organismus eine deutlich verbesserte Leistungsfähigkeit", erklärte die Wissenschaftlerin. Der Zuckerstoffwechsel der Tiere verbesserte sich deutlich mehr als bei Mäusen mit normalem Transplantat.
Die biologische Substanz wurde als Impulsgeber für die Produktion des Wachstumshormons entwickelt und patentiert. "Sie besteht aus 29 künstlich erzeugten Aminosäuren, die potenter und länger wirksam sind als das ursprüngliche Wachstumshormon." Die Forschungsergebnisse der Dresdner wurden in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" publiziert.




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