27.01.13

Frankreich

Pille von Bayer soll vier Todesfälle verursacht haben

Frauen sollen nach Einnahme von Diane 35, das als Akne-Medikament und Antibabypille verschrieben wird, an Thrombosefolgen gestorben sein.

Foto: dapd
Bayer Schering Pharma
Bayer HealthCare will die Behauptungen der französischen Arzneimittelbehörde prüfen

Paris/Leverkusen. Ein oft als Antibabypille verschriebenes Akne-Medikament von Bayer soll in Frankreich für den Tod von vier Frauen verantwortlich sein. Die Betroffenen seien seit der Zulassung des Mittels im Jahr 1987 an den Folgen von Venenthrombosen gestorben, teilte die Arzneimittelaufsichtsbehörde ANSM am Sonntag in Paris mit. Diese wiederum stünden in Zusammenhang mit der Bayer-Pille Diane 35. In 125 weiteren Fällen wurden nach Angaben der ANSM nicht-tödliche Blutgerinnsel in Venen oder Arterien registriert.

Die ANSM will in den nächsten Tagen einen Bericht mit Empfehlungen vorlegen. Grundsätzlich ist bekannt, dass die Einnahme von Antibabypillen das Thrombose-Risiko erhöhen kann. Bayer HealthCare teilte am Sonntag in Leverkusen mit, der Bericht der ANSM liege dem Unternehmen noch nicht vor. Die Behauptungen müssten zuerst geprüft werden, bevor man eine weitergehende Stellungnahme abgeben könne, sagte ein Sprecher.

Das Medikament Diane 35 ist in Frankreich zur Behandlung von Akne zugelassen, wird aber oft wegen seiner empfängnisverhütenden Wirkung verschrieben. Nach Schätzungen der ANSM nahmen vergangenes Jahr in Frankreich rund 315 000 Frauen das Bayer-Medikament oder ein Nachahmerpräparat (Generikum). Weltweit ist Diane 35 in 135 Ländern zugelassen.

Erst kürzlich hatte die Bayer-Antibabypille Méliane in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt. Eine junge Frau machte die Einnahme für schwere gesundheitlichen Schäden verantwortlich und erstattete Anzeige. Sie hatte einen Schlaganfall erlitten.

(dpa)
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