10.01.13

Gefahr in der Luft

Abgase können Atemfunktion von Kindern ernsthaft schädigen

Schwedische Studie zeigt: bis zu einem Alter von zwölf Monaten Gefährdung besonders hoch, weil die Lunge noch nicht voll entwickelt ist.

Foto: pa/WILDLIFE/C.Heumader
Luftverschmutzung
Keine gute Situation - Besonders Säuglinge sollten besser vor Autoabgasen bewahrt werden

Hannover. Wollen Eltern mit ihrem Baby im Kinderwagen und kleinen Kind frische Luft schnappen, gehen sie am besten in autofreie Gebiete. Denn Säuglinge und Kinder bis acht Jahren reagieren einer schwedischen Studie zufolge besonders empfindlich auf Luftschadstoffe.

Ihre Lungenfunktion war dauerhaft beeinträchtigt, wenn sie im Alter von weniger als zwölf Monaten einer hohen Schadstoffbelastung ausgesetzt waren. Darauf weist Prof. Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung in Hannover hin. Die Lunge sei zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht vollständig entwickelt, sondern benötige mehrere Jahre zum Ausreifen, erläutert er.

In der Studie beobachteten die Forscher mehr als 2500 Kinder von der Geburt bis zum achten Lebensjahr wiederholt mit Fragebögen und der Messung des Antikörpers IgE im Blut. Als die Kinder acht waren, testeten sie zusätzlich die Lungenfunktion. Außerdem erhoben sie die Schadstoffbelastung am Wohnort der Kinder und der Kita oder Schule.

Dabei zeigte sich, dass Kinder, die in ihren ersten zwölf Monaten in einer verkehrsreichen Umgebung aufwuchsen, acht Jahre später eine deutlich eingeschränkte Atemfunktion hatten. Jungen war stärker betroffen als Mädchen. Mehr Einschränkungen gab es auch bei Kindern, die allergisches Asthma oder eine Nahrungsmittelallergie hatten. Weniger dramatisch war offenbar der Einfluss einer Schadstoffbelastung nach dem ersten Lebensjahr.

(dpa)
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