Pannenserie im Universitätsklinikum Eppendorf
Behörde: UKE soll kritische Vorkommnisse auflisten
Die Wissenschaftsbehörde verlangt, dass alle Vorkommnisse seit Inbetriebnahme des Klinikums aufgelistet werden.
Das UKE hat schwerwiegende Probleme mit der Computersoftware.
Foto: Roehrbein
Hamburg. Jetzt soll wirklich alles auf den Tisch: Nach der jüngsten Computerpanne mit der Folge der Sperrung der Zentralen Notaufnahme im Universitätsklinikum Eppendorf sowie einem fehlenden Beatmungsschlauch, der bei einem Patienten angeblich eine Mund-zu-Mund-Beatmung erforderlich gemacht hat, verlangt die Wissenschaftsbehörde von den Verantwortlichen, dass sämtliche kritischen Vorkommnisse seit Inbetriebnahme des neuen Klinikums aufgelistet werden. "Wir freuen uns über die heutige gemeinsame Vereinbarung zwischen Wissenschaftsbehörde und UKE. Es ist eine Gelegenheit, die verfälschende und einseitige öffentliche Darstellung von Vorgängen am UKE unter externer, neutraler Beurteilung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und ihrem Gründungspräsident Herrn Professor Schrappe zu widerlegen und Transparenz zu schaffen", heißt es in einer Stellungnahme des UKE-Vorstandes.
Im April hatten zahlreiche Klinikdirektoren in einem Brief an den UKE-Vorstand
gravierende Mängel aufgelistet. Seitdem hat der Wissenschaftsausschuss der
Bürgerschaft viermal getagt, um die Frage zu klären, ob die Sicherheit der
Patienten trotz heftiger Probleme mit dem neu eingeführten Computersystem
sowie mangelndem oder schlecht geschultem Personal im Pflegebereich und in
der Zentralsterilisation gewährleistet ist. Der Ärztliche Direktor des UKE,
Professor Jörg F. Debatin, hatte Mitte Mai fünf Arbeitsgruppen eingerichtet,
die sich der verschiedenen Problemfelder annehmen sollten. "Wir sind
auf einem sehr guten Weg", hatten Debatin und Wissenschaftssenatorin
Herlind Gundelach (CDU) den Parlamentariern bei der jüngsten Sitzung
berichtet.
"Erst auf Nachfrage rückte Professor Debatin mit der Wahrheit raus",
sagt hingegen Kersten Artus von der Linksfraktion. "Das Fehlen eines
lebenswichtigen Beatmungsschlauchs und die mehrstündige Schließung der
Notaufnahme sind zwei sogenannte unerwünschte, schwere Ereignisse. Dass die
Bürgerschaft davon bislang keine Kenntnis hatte, obwohl seitens des Senats
volle Offenheit und Transparenz zugesichert wurde, wirft die Frage auf, wie
vollständig und glaubwürdig die Berichte sind, die der Ausschuss bisher
erhalten hat." Diese Zweifel will jetzt die Behörde ausräumen, indem
sie sämtliche kritischen Vorkommnisse aufgelistet haben will. Dorothee
Stapelfeldt (SPD) sagte: "Das ist ein richtiger Schritt. Er hätte
jedoch unmittelbar nach Veröffentlichung des Briefes der Klinikdirektoren
erfolgen müssen."






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