01.11.12

Frühwarnsystem Spezielles Implantat kündigt Herzinfarkt vorab an

artwork Herz

Foto: picture alliance

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Der neue Herz-Wächter wird wie ein Schrittmacher in den Brustraum eingepflanzt. Bei zwei Test-Patienten ist das Gerät bereits im Einsatz.

Freiburg. Ein neues Implantat soll die ersten Symptome eines Herzinfarktes erkennen und ihn damit verhindern. Nach Angaben des Universitäts-Herzzentrums Freiburg/Bad Krozingen wurde das Gerät am Dienstag erstmals in Europa zwei Patienten eingesetzt. Das Implantat namens "Guardian" (Wächter) werde wie ein Herzschrittmacher in den Brustraum eingepflanzt und sei über einen dünnen Draht mit dem Herzen verbunden. Zurzeit dürfe das Verfahren nur bei Teilnehmern einer Studie angewendet werden. An der Studie beteiligen sich der Klinik zufolge allein in den USA 80 Zentren mit bisher knapp 500 Patienten. Ob und wann das Implantat in Deutschland auf den Markt kommt, ist noch unklar.

"Das Verfahren zielt auf Hochrisikopatienten ab", sagte Professor Manfred Zehender, Leiter der Arbeitsgruppe am Herzzentrum. Das sind etwa Patienten, die ein besonders hohes Risiko für einen Gefäßverschluss haben, oder bei denen beim ersten Herzinfarkt keine oder nur untypische Symptome aufgetreten sind.

Das Implantat erkenne eine Mangeldurchblutung des Herzens und warne den Patienten auf einem kleinen Zusatzgerät außerhalb des Körpers visuell und akustisch. Verschlossene Herzkranzgefäße könnten so im Herzkatheterlabor rechtzeitig wieder geöffnet werden, teilte die Klinik mit. Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn der Herzmuskel durch den Verschluss von Blutadern nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden kann. Dann sterben mitunter große Bereich des Herzmuskels.

Zehender wies darauf hin, dass bei jedem operativen Eingriff Risiko und Nutzen abzuwägen seien. Bei dieser Implantation sei das Risiko durch die Operation jedoch sehr klein. Auch sein Kollege Christoph Klein vom Deutschen Herzzentrum Berlin bestätigte: "Das Risiko von so einer Implantation ist nie Null, aber relativ gering." Es handele sich jedoch um ein Gerät für eine ganz spezielle Patientengruppe. "Bei solchen neuen Verfahren muss man schauen, ob nicht mehr neue Kosten und Probleme entstehen, als gelöst werden", ergänzte Klein.

((dpa))