TCM

Chinesische Medizin für Frauen mit Brustkrebs

Das Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem hat jetzt eine TCM-Ambulanz. Sie soll Frauen mit Brustkrebs noch besser helfen

Hamburg. Die Kombination von Schulmedizin und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) soll Frauen mit Brustkrebs noch besser helfen. Gestern wurde im Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem eine TCM-Ambulanz eröffnet. "Damit kommen wir den Wünschen unserer Patientinnen nach, dass neben der Schulmedizin auch naturheilkundliche Behandlungsmethoden eingesetzt werden", sagte Prof. Martin Carstensen vom Ärzteteam des Mammazentrums. Diese TCM-Ambulanz ist die einzige bundesweit, die sich auf Brustkrebs-Patientinnen spezialisiert hat.

Geleitet wird die Ambulanz von der Heilpraktikerin Barbara Kirschbaum. Ziel der Therapie ist vor allem, die Nebenwirkungen der Chemotherapie zu lindern. "Im Wesentlichen wird die Akupunktur angewandt, die besonders Übelkeit, Müdigkeit und Muskelschmerzen lindern kann. Die Phytotherapie mit chinesischen Heilkräutern wird bei schweren Nebenwirkungen der Chemotherapie eingesetzt." Die dritte Säule ist eine individuelle Ernährungsberatung. Offen steht die Ambulanz Frauen, die am Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem wegen Brustkrebs behandelt werden.

Die Finanzierung der Ambulanz übernimmt die neu gegründete Dorit-und-Alexander-Otto-Stiftung, weil die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine TCM-Behandlung nicht übernehmen. "Mit unserer Förderung wollen wir erreichen, dass sich alle betroffenen Frauen am Mammazentrum Hamburg die Behandlung von Barbara Kirschbaum leisten können", sagte Stifterin Dorit Otto. Deshalb zahlt die Stiftung nach der Erstanamnese die Behandlung. Nur die Kosten für die chinesischen Heilkräuter müssen die Frauen selbst tragen. Das sind laut Barbara Kirschbaum 150 bis 180 Euro für die gesamte Behandlungsdauer. Die Stiftung finanziert auch die wissenschaftliche Studie, in der über einen Zeitraum von zwei Jahren die Wirksamkeit der TCM-Verfahren auf das Blutbild und das Allgemeinbefinden der Patientinnen während einer Chemotherapie untersucht werden soll.

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