stauden
Bunte Kleinode für jedes Beet
Er ist die Staude des Jahres: Der Storch-Schnabel blüht in Blau, Rosa, Weiß und Rot, in der Sonne und im Schatten. Aber warum heißt er nur so?
Von Siegfried Stein

Er ist schön, anspruchslos und besonders pflegeleicht. Und er bietet mit rund 300 Arten und Sorten eine Fülle von Verwendungsmöglichkeiten im Garten, vom Bodendecker in Rabatten bis zum Kübelschmuck. Genau deshalb wurde der Storchschnabel vom Bund deutscher Staudengärtner zur "Staude des Jahres 2004" gewählt.
Botanisch gehören die Storchschnäbel Geranium mit der beliebten Balkonpflanze Geranie (botanisch Pelargonium) aus Südafrika zur gleichen Familie, den Geraniaceen. Der Name bezieht sich auf die langen Samenstände, die in ihrer Form einem Storchenschnabel ähneln. Doch das ist schon alles, was die beiden vereint. Im Gegensatz zu Balkongeranien gehören Storchschnäbel ins Freiland. Fast alle Arten sind winterhart, sehr robust und mit dekorativ geteilten Blättern, die oft angenehm duften und auch nach der Blüte hübsch anzusehen sind.
Die Wildarten der mehrjährigen, ausdauernden Staude kommen auf den Bergwiesen Europas und Asiens vor, meist auf lehmigen Böden. Doch sie gedeihen auch in sandigen, humusreichen Gartenböden und blühen üppig je nach Art und Sorte von Mai bis September. Das Farbenspektrum reicht von Himmelblau beim heimischen Wiesen-Storchschnabel Geranium pratense über Rosa und Rottöne bis zu reinem Weiß.
Bodendecker und Laubschlucker
Robuste Bodendecker, die kein Unkraut aufkommen lassen, sind der 20 cm hohe, im Sommer lange und üppig rot blühende heimische Blut-Storchschnabel Geranium sanguineum und der Felsen-Storchschnabel Geranium macrorrhizum ,Spessart' vom Balkan mit zartrosa Blüten im Mai. Diese Art gedeiht noch bei widrigsten Bedingungen im Wurzelbereich unter Ahorn und Eichen und ernährt sich von den Resten des Herbstlaubs. Als niedriger, blühfreudiger Bodendecker für kleine Gärten und Sonne hat sich der Cambridge-Storchschnabel G. x cantabrigiense mit rosa Blütenteppichen im Mai bis Juni bewährt.
Schönheiten für die Rabatte
Viel Schatten verträgt der ca. 50 cm hohe Wald-Storchschnabel Geranium sylvaticum mit blauen oder weißen Blüten. Er passt in Naturgärten, wo er sich versamt und mitunter auch den ursprünglichen Standort verlässt.
Als Schönste der Blauen gelten der Pracht-Storchschnabel Geranium x magnificum, eine 40-50 cm hohe Staude für halbschattige und sonnige Standorte mit 4-5 cm großen Blüten und Geranium himalayense aus Nepal mit wunderschönen himmelblauen Tellerblüten.
Ein Knaller im Staudenbeet und in Verbindung mit Rosen ist der 60-70 cm schwarzäugige Armenische Storchschnabel G. psilostemon aus dem Kaukasus mit auffälligem Magentarot. Ruhiges Grün, Weiß oder Violett sind Farben, die damit sehr gut harmonieren. Wer sich einen zierlichen Blütenteppich mit Dauerblüte von Mai bis Oktober wünscht, ist mit dem Rosa Storchschnabel (G. endressi, 60 cm hoch) oder der 40 cm hohen Kreuzung G. x oxoniananum ,Wargrave Pink'gut bedient.
Auffällige Kleinode für den Steingarten, die Trockenmauer und für Tröge sind der Zwerg-Storchschnabel G. cinereum ,Ballerina' mit zierlichen rosa-violetten Blütchen und der etwa 30 cm hohe Kaukasus-Storchschnabel G. renardii mit weiß-violetten Blüten und grau-grünen, samtig behaarten Blättern, die den ganzen Sommer lang den Garten zieren. Beide vertragen Hitze und gedeihen in kargem, durchlässigem Boden.

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