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Extra-Journal

Junge Mütter: Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit

Kinder gab es immer schon, sonst gäbe es uns Menschen nicht. Es war früher im Mittelalter überhaupt nichts Ehrenrühriges, mit 15 oder 16 Jahren Kinder zu bekommen. Es lag zu einem daran, dass die Menschheit im Schnitt nur 50 Jahre alt wurde. Zum anderen gab es damals kein Jugendalter. Sobald die Kinder geschlechtsreif wurden, galten sie als erwachsen.

In den vergangenen 20 Jahren ist in unserem Umfeld die Zahl der minderjährigen Mütter explosionsartig angestiegen. Fakt ist, dass es hauptsächlich Mädchen aus den unteren Schichten sind, die keinerlei Perspektiven im gesellschaftlichen Vorankommen haben.

Der Familienwunsch ist ihrer Meinung nach der einzige Ausweg aus dieser Misere. Durch das Vermissen der eigenen Familiengeborgenheit und somit der schützenden Nestwärme wollen sie es besser machen.

Junge Mütter haben es schwer, nach der Geburt ihres Kindes wieder neu anzufangen, da sie gegen die traditionellen und auch gegen die modernen Gesellschaftsregeln eines "normalen" weiblichen Lebenslaufs verstoßen haben und somit auf Vorurteile, soziale Isolation und Skepsis stoßen.

Konfrontiert mit der Realität, zerspringt für viele dieser Mädchen das erwünschte Familienleben ziemlich bald in tausend Scherben. Nur diese Scherben bringen oft kein Glück, da der neue Erdenbürger den gleichen sehnlichen Wunsch wie die Eltern verspürt, geliebt zu werden. Jedoch: Nur wer Liebe empfangen hat, kann Liebe geben.

Der ersehnte Wunsch nach einer "heilen Familie" wird durch Überforderung und oftmals fehlende Unterstützung des sozialen Umfelds getrübt.

Deshalb fordern wir für den Fall, dass Kinder Kinder gebären, eine komplette Unterstützung durch Familien, Politik und der Gesellschaft im emotionalen, materiellen und ideellen Bereich.

Unser gesellschaftliches Miteinander und die damit entstandene Entwicklung in den vergangenen Jahren, die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, rufen bei den Jugendlichen den verfrühten Kinderwunsch hervor. Viele dieser jungen Mütter sind perspektivlos. Sie haben keine Chance auf eine angemessene Schulausbildung oder Lehre. Der Kinderwunsch soll über diese Lebensenttäuschung hinweghelfen.

Das Team der Straßensozialarbeit Rahlstedt holt die Mädchen genau dort ab, wo sie mit ihren Defiziten stehen. Sie bieten eine Seminarreihe zu den oben genannten Themen in den siebten Hauptschulklassen an und begleiten sie bis zur 9. Klasse. Ihr Ziel ist es, den Schülerinnen ein emotionales und rationales Sprungbrett für die Zukunft zu verschaffen. Frau Fiedler von der Straßensozialarbeit Rahlstedt meint: "Feministische Mädchenarbeit sollte in unserer Stadt gefördert und ausgebaut werden. Sparprogramme in der Kinder- und Jugendarbeit sind überhaupt nicht angebracht."

Farina Burgau,

Andreas Viebrock, SPA

Fachschule für Sozialpädagogik

 

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