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Extra-Journal

Erlebnisreisen in ferne Länder

Hamburger Reisebüros erwarten 2005 eine Zunahme an Buchungen

Die Reisesaison 2005 steht im Zeichen der Fernreise. Rund vier Millionen Bundesbürger zieht es jährlich in exotische Länder - Tendenz steigend. Auftakt ist der Jahreswechsel, den viele lieber in der Sonne als in der kalten Heimat verbringen wollen.

Die Reiselust der Deutschen kennt keine Grenzen. Destinationen im asiatischen Raum zählen ebenso zu den Favoriten wie Ziele in den USA, Afrika oder Südamerika. Rund 18 Milliarden Euro haben die Reiseveranstalter im Jahr 2003 umgesetzt, fünf Prozent davon entfielen wie schon im Jahr zuvor auf Fernreisen. Obwohl aktuelle Zahlen für 2004 noch nicht vorliegen, hat der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verband (DRV) in Berlin bereits positive Rückmeldungen aus der Branche registriert. Für das Jahr 2005 rechnen die Veranstalter mit einer weiteren Zunahme der Buchungen bei Fernreisen, sagt Sibylle Zeuch, Sprecherin des DRV.

Davon profitieren auch Hamburger Reisebüros. Regina Egert, Inhaberin des Reisebüros "andere welten" in Winterhude, sieht eine Verschiebung vom klassischen Badeurlaub zur Erlebnisreise in fernen Ländern: "Die Menschen wollen keinen Passiv-Urlaub am Pool in einer Ferienanlage oder an überfüllten Stränden, sondern suchen Inspiration und Aktivität in exotischer Umgebung."

Das Fernweh der Deutschen hat gleich mehrere Gründe. Zum einen haben die mauen Sommer der vergangenen Jahre die Sehnsucht nach Wärme angefacht. Gleichzeitig beschert der anhaltend schwache Dollar vor allem Zielen im asiatischen Raum wie Indien, Thailand, Vietnam, Burma oder Sri Lanka neue Impulse. Dazu kommt noch, daß die Konsumenten in vielen dollarabhängigen Zielgebieten doppelt profitieren: zum einen von niedrigen Nebenkosten, zum anderen auch von gesunkenen Reisepreisen. Bleibt der Dollar weiterhin niedrig, profitieren auch in Zukunft vor allem die Anbieter von Fernreisen, sagt Sibylle Zeuch.

Gleichzeitig hat die in vergangenen Jahren vorherrschende Angst vor terroristischen Anschlägen nachgelassen. Davon profitieren vor allem Ziele in Afrika wie Ägypten, Namibia oder der Fernreise-Klassiker Südafrika. Weit oben auf der Beliebtheitsskala rangieren nach Auskunft der Reisebranche auch die südamerikanischen Länder wie Chile oder Argentinien. Hier häufen sich die Buchungen für den diesjährigen Winterurlaub.

Ein weiterer Trend sind Wellneß-Reisen in exotische Gefilde. Indien oder Sri-Lanka gelten als Mekka für Ayurveda-Kuren oder Trekking-Touren. Auch Kreuzfahrten erfreuen sich steigender Beliebtheit. So baut Hapag-Lloyd sein Angebot im Premium- und Luxus-Segment aus. Auf dem Plan stehen vor allem neue und außergewöhnliche Ziele wie Puerto Chacabuco in Chile oder Batumi in Georgien, heißt es bei Hapag-Lloyd. Auch im Tui-Reisecenter in Blankenese werden viele Kreuzfahrten in ferne Regionen wie Ägypten oder Südafrika verkauft. Trips auf der "Queen Mary 2", die im kommenden August erneut den Hamburger Hafen ansteuert, stehen dabei besonders hoch im Kurs.

Auf der Suche nach neuen Reisezielen hat die Reisebranche schon das All im Visir. Bereits vor fünf Jahren prognostizierte die Welttourismusorganisation (WTO) für das Jahr 2005 die ersten Urlaubstrips ins Universum. Wann diese Destination bei Tui oder Neckermann in den Katalogen auftaucht, steht jedoch noch in den Sternen.

 

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