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Extra-Journal

Erfolgreich starten als Chef

Aufstieg: Wer zum Vorgesetzten befördert wird, muss mehreren neuen Rollen gerecht werden.

"Fangen Sie erstmal an. Ich habe volles Vertrauen zu Ihnen." Ein solcher Satz steht häufig am Ende eines Gesprächs, das ein neuer Team- oder Filialleiter mit seinem Vorgesetzten führt. Worte, die im ersten Moment von Vertrauen zeugen und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. "Doch ein solcher Satz läutet nicht selten den Anfang vom Ende einer Karriere ein", sagt der Hamburger Organisationsberater Dr. Peter Fischer.

Denn hinter der pauschalen Vertrauensäußerung stecke ein differenziertes Bündel von Erwartungen. "Darüber verständigen sich die gerade beförderte Führungskraft und ihr Vorgesetzter aber oft kaum", erklärt Fischer. Das Ergebnis: Die Unternehmensleitung erwartet ganz andere Ergebnisse als das, was die neue Führungskraft zuerst anpackt.

"Wenn ich Führungskräfte nach den Vorstellungen ihrer Vorgesetzten frage, erhalte ich meist nur magere Antworten", sagt der Organisationsberater. Er empfiehlt: "Fragen Sie den Arbeitgeber nach den Erwartungen an Ihre Tätigkeit. Verlangen Sie eine klare Auskunft zum Beispiel über wichtige Zeitmarken und die Kriterien für einen Erfolg in Ihrer Position."

Neue Chefs müssen nicht nur den Erwartungen der höheren Chargen gerecht werden. Auch die Mitarbeiter setzen viele Hoffnungen in ihre Führungskraft. Und gleichrangige Kollegen erwarten die Einhaltung ihrer Spielregeln. "Der berufliche Aufstieg, meistens verbunden mit höherem Gehalt, lässt die Ansprüche in ihrem Privatleben steigen. Beim Ehepartner und bei den Kindern schleicht sich eine Erwartungshaltung ein, die auch bedient werden will", sagt die Unternehmensberaterin Sabine Poetsch.

Wer auf einem Chefsessel Platz nehme, müsse viele Rollen ausfüllen, sagt Poetsch: als Repräsentant des Unternehmens nach außen, als Führungskraft mit Personal- und Geschäftsverantwortung nach innen, als Partner und Mutter oder Vater im Privatleben und schließlich auch die Ich-Rolle mit den Erwartungen an sich selbst. Poetsch: "Ist diese Rollenverteilung nicht ausgeglichen, entstehen psychischer Stress und damit auch körperliche Leiden."

Peter Fischer rät deshalb, die unterschiedlichen Erwartungen schriftlich festzuhalten. "Überlegen Sie, wer was von Ihnen will - auch unausgesprochen." Bei den Mitarbeitern komme es dabei zu einem Paradoxon, sagt der Führungskräfte-Trainer Jürgen W. Goldfuss: "Sie erwarten, dass alles schöner, besser, bequemer und einfacher wird - aber gleichzeitig soll sich am Gewohnten nichts ändern." Wichtig sei daher, den Mitarbeitern die Angst vor Veränderungen zu nehmen. "Vermitteln Sie ihnen alle verfügbaren Informationen, gerade in Umbruchsituationen."

 

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