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Extra-Journal

Zulieferer tragen das Risiko

Wenn in zwei Jahren der erste A380 abhebt, haben zahlreiche Zulieferbetriebe daran ihren Anteil. Gut 300 sind in Norddeutschland ansässig. Rund ein Drittel hat sich im Interessen-Verband Hanse-Aerospace zusammengeschlossen. Die Mitgliedsunternehmen sind beim Bau der Innenausstattung aktiv oder tragen durch hochwertige Dienstleistungen zum Gelingen des Projektes bei.

"Die beteiligten Zulieferer haben sich in internationalen und regionalen Ausschreibungen durchgesetzt", sagt Uwe Gröning, Geschäftsführender Vorstand der Hanse-Aerospace. Es gebe auch Unternehmen, die bei Airbus bereits in andere Programme eingebunden seien und in die A380-Fertigung übernommen würden. Insgesamt seien 6000 Lieferanten beteiligt, so Gröning. "80 Prozent des Umsatzes macht Airbus allerdings nur mit 180 Unternehmen." Das liege an den Vertragsbedingungen, die in der Luftfahrtindustrie üblich seien. Die nach der Auftragsvergabe entstehenden Vorlaufkosten müssten die Zulieferer tragen, sagt Gröning. Geld fließe erst 120 Tage nach Auslieferung des Flugzeugs an den Endkunden. "Wir erleben die komplette Risikoverlagerung auf die Zulieferer", so Gröning.

Um das finanzielle Risiko tragen zu können, sei ein Strukturwandel unerlässlich. "Langfristig können sich kleine und mittelständische Unternehmen nur behaupten, wenn sie eng kooperieren oder sich zusammenschließen", sagt Gröning. Sei das geschafft, sehe die Zukunft durchaus positiv aus. "Es ist Ziel von Airbus, Zulieferer langfristig zu binden. Das bedeutet, dass man nach gewonnener Ausschreibung bis zum Ende der Serie in 30 Jahren mit dabei ist."

Hier eine Auswahl von Zuliefererern, die am Bau des A380 beteiligt sind:

. Dasell Cabin Interior entwirft und baut die Waschräume.

. Kabinen-Lift und Enteisungssystem stellt die Firma ESW - Extel Systems Wedel her.

. Die Verkleidung des Transportlifts liefert Albert Mühlenberg Apparatebau.

. Das Unternehmen Innovint Aercraft Interior steuert medizinische Notfallausrüstungen, Baby- und Kindersitze bei.

. Schläuche, Kabel, Teile der Bord-Elektronik liefern die Firmen MST Aerospace, Groth Luftfahrt- und Systemtechnik und Euroatlas - Gesellschaft für Leistungselektronik.

. Comtas Aerospace produziert so genannte Crossbeams (Querträger, die im Boden des Oberdecks eingesetzt werden) sowie Teile der Innenverkleidung der Kabine.

. Möbius Modell- und Formbau stellt Mock-ups her: Kabinenmodelle, die zur Entwicklung des Innenraumdesigns eingesetzt werden.

 

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