"Das Gejammer ist fehl am Platz"
Über das Engament seines Unternehmens bei der Fußball-WM 2006 sprach das Abendblatt mit Jürgen Görling, dem Geschäftsführer der Hamburg-Mannheimer Sports GmbH.
ABENDBLATT: Die Hamburg-Mannheimer macht seit 20 Jahren Sportsponsoring im kleineren Rahmen. Warum stoßen Sie nun in diese Dimensionen vor?
Jürgen Görling: Wir haben 2000 begonnen, Sportereignisse dieser Größenordnung zu versichern. Seitdem gab es noch keine größere Veranstaltung, bei der das in Frage gekommen wäre. 2002 haben wir bei der WM in Japan und Südkorea bereits die Fernsehübertragung versichert.
ABENDBLATT: Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen Förderung und Versicherung?
GÖRLING: Ja. Wir können durch die Versicherung unsere Leistung darstellen. Mit Hilfe der Maßnahmen in der Förderung haben wir die Möglichkeit, dafür auch das Logo der WM und entsprechende Ereignisse und Personen einzubinden.
ABENDBLATT: Andere Förderer beklagen sich über mangelnde Gegenleistung der Veranstalter. Sie sind zufrieden?
GÖRLING: Ja, man muss dieses Engagement mit ähnlichem Sponsoring vergleichen, etwa in der Bundesliga. Das aktuelle Gejammer ist da fehl am Platz. Wenn das Umfeld zum eigenen Produkt passt, und wenn man eine passende Werbestrategie aufbaut, dann funktioniert das. Wenn ich natürlich einen Markenartikel weltweit promoten will, sollte ich besser offizieller Partner werden.
ABENDBLATT: Die weltweite Wirkung interessiert Sie also nicht?
GÖRLING: In Ländern, in denen man unser Produkt nicht kaufen kann, verpufft die Werbung. Die Bandenwerbung in den Stadien ist daher zweitrangig. Aber wir werden in Deutschland gezielt mit unserem Herrn Kaiser in der Presse und im Fernsehen werben und das Ganze im Umfeld Fußball darstellen.
ABENDBLATT: Ist ein Ausfall der WM seitens der FIFA versichert?
GÖRLING: Nein. Den gab es auch nur während der Weltkriege. Die FIFA hat eine Absicherung über den Kapitalmarkt selbst vorgenommen.
ABENDBLATT: Versichern Sie auch die Mannschaften gegen ein Ausscheiden in der Vorrunde?
GÖRLING: Bisher hat noch keine Mannschaft angefragt, aber das wird kommen. Zumindest den vorzeitigen Reiserücktritt, also die Umbuchungen von Flügen oder die Stornierungen gebuchter Hotels, werden sich einige Mannschaften absichern lassen.
Interview: FRANK PUSCHER



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