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Extra-Journal

Umsatz stagniert bei Wirtschaftsprüfern

Die sonst so wachstumsverwöhnten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bekommen die Konjunkturflaute zu spüren. Das gilt auch für die so genannten Big Four, die vier führenden Unternehmen, die allesamt Niederlassungen in Hamburg unterhalten: PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young, KPMG und Deloitte & Touche. "Geht es unseren Kunden nicht gut, geht es auch uns nicht gut", erläutert Dieter Schwankhaus, Regionalvorstand Nord bei Ernst & Young.

Das Unternehmen wird den Inlandsumsatz dieses Jahr nach eigenen Schätzungen um 50 Prozent steigern, jedoch lediglich aufgrund der Übernahme von Arthur Andersen in Deutschland. Bereinigt geht Schwankhaus von stagnierenden Umsätzen aus. Ähnliches vermelden andere Prüfungsgesellschaften. Eine Enttäuschung für die Branche, deren Wachstumsraten sich in den letzten Jahren im zweistelligen Bereich bewegten.

Während sich die Sparte Abschlussprüfung immun gegen das schlechte Wirtschaftsklima zeigt, schwächeln vor allem die zwei anderen Kernbereiche: Steuerberatung und finanzwirtschaftliche Beratung. "Wer keine Gewinne macht, braucht keine anspruchsvolle Steuerberatung", sagt Dieter Schwankhaus.

"Beratungsbudgets wurden vielfach eingefroren und Unternehmenstransaktionen auf Eis gelegt", bestätigt auch Franz Nienborg, Vorstandsmitglied von PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Folge: ein harter Preiskampf. "Die Kaufzurückhaltung bei Beratungsaufträgen drückt auf die Preise", sagt Manfred Günkel, geschäftsführender Partner bei Deloitte & Touche.

"Parallel steigen die Prämien für die Berufshaftpflichtversicherung - bis zu 60 Prozent", so Harald Wiedmann, Sprecher des Vorstands von KPMG. Weiteres Ungemach droht aus Berlin: Die Bundesregierung will jene Gesetze verschärfen, die die Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer regeln. Geprüft wird, in welcher Form die Prüfer weiterhin als Steuerberater aktiv werden dürfen. Und gerade die großen Gesellschaften machen ihr Geschäft häufig mit Prüfung und Beratung aus einer Hand. (brüd)

 

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