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Extra-Journal

Nichts dem Zufall überlassen

Bewerbung: Gute Vorbereitung ist das A und O. Tipps für den erfolgreichen Weg zur Lehrstelle.

Worauf es bei einer Bewerbung ankommt, wissen etwa 70 Prozent der Bewerber, sagt die Hamburger Bewerbungsberaterin Susanne Nöbbe. Die restlichen 30 Prozent würden sofort aussortiert werden - nicht selten von der Sekretärin. "Mit der Sekretärin des Personalchefs oder Ausbildungsleiters sollte man sich tunlichst gut stellen", so der Rat der Trainerin an Berufseinsteiger. Dazu gehört auch, sich den Namen und die Funktion der Ansprechpartner gut einzuprägen, damit man gezielt nachfragen kann, wenn man nichts mehr von seinem möglichen Arbeitgeber gehört hat. "Ein zweiwöchiger Rhythmus ist nicht verkehrt, um sich erneut ins Gespräch zu bringen", sagt Nöbbe. Bewerbungsberater Christian Püttjer rät künftigen Azubis, ihre Bewerbungsmappe persönlich abzugeben. So könnten sich die Kandidaten auch selbst ein Bild von dem Unternehmen, dem Klima und der Kleiderordnung machen und zugleich ihre Kontaktfreude unter Beweis stellen. Und sie erhalten einen perfekten Anknüpfungspunkt für das Telefongespräch: "Ich konnte mich in Ihrer Firma kurz umsehen und feststellen, dass es genau der Betrieb ist, den ich mir vorgestellt habe." Solche Botschaften können helfen, im Bewerbungsverfahren in die nächste Runde zu kommen. Und das sind bei Auszubildenden häufig Tests, mit denen die Allgemeinbildung abgefragt wird. "Die Tests lassen sich mit Hilfe der Bewerbungsliteratur gut vorbereiten", sagt Christian Püttjer. Danach folgen bei kaufmännischen Berufen oft Einzelgespräche oder Gruppenauswahlverfahren. Und auch die Diskussion um Themen wie Rauchen am Arbeitsplatz oder die 35-Stunden-Woche kann man in der Schule, mit Eltern und Freunden üben, rät Püttjer. Das Vorstellungsgespräch sollte mit Freunden trainiert werden, empfiehlt Susanne Nöbbe. "Gemeinsam findet man bessere Antworten", die man dann zur Sicherheit notieren, aber nicht auswendig lernen sollte, so die Bewerbungstrainerin. Zur Vorbereitung gehören auch unbequeme Fragen: Was machen Sie, wenn Sie bei uns keinen Ausbildungsplatz bekommen? Bei der Antwort sollte man eine gewisse Flexibilität zeigen, meint Susanne Nöbbe. Es sei wichtig, bei einer Branche zu bleiben, aber nicht nur mit einem Berufsbild: "Den Beruf fürs Leben gibt es nicht mehr." Kritische Fragen nach der Gesundheit oder der Familienplanung würden Azubis selten gestellt: "Und wenn sie fallen, muss jeder Kandidat selbst prüfen, ob er unter diesen Umständen in der Firma anfangen will." Anders dagegen die beliebte Frage nach den Schwächen - die sollte jeder Auszubildende haben und nicht wegdiskutieren: "Gut, wenn man sich Defizite zurechtgelegt hat, die man ausgleichen kann - beispielsweise bei den Fremdsprachenkenntnissen", sagt Christian Püttjer. Der Experte warnt dagegen, sich bei Alternativfragen wie "Reden Sie lieber oder hören Sie lieber zu?" vorschnell festzulegen - meistens sei beides gefragt. Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste Hürde genommen - man ist in der engeren Auswahl. Trotz Aufregung gilt es jetzt, die Form zu wahren: Warten, bis ein Platz zugewiesen wird, gerade sitzen, die Gesprächspartner ansehen. Kein wildes Plaudern, aber auch nicht wortkarg sein: "Antworten Sie in zwei bis drei ganzen Sätzen", betont Püttjer. Sein Tipp: "Am Ende danken Sie für das Gespräch und fragen, wie es weitergeht." Mit etwas Glück sieht man sich dann zum Ausbildungsbeginn wieder.

 

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