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Extra-Journal

"Macht viel Spaß und ist sinnvoll"

Die Dejs sind eine richtige Kolpings-Familie - da sind vom Opa bis zur Enkelin alle sozial engagiert.

Der Winter kommt. Und damit die Zeit, in der sich die Dejs besonders engagieren. Dann fahren sie Obdachlose in eine Unterkunft und verkaufen Tannenbäume zugunsten armer Menschen in Tansania. Diese Aufgaben übernimmt die ganze Familie Dej jedes Jahr aufs Neue. Die Großeltern Hartmut und Ingrid, die Kinder Thorsten und Ragna, Schwiegersohn Martin und vier Enkeltöchter sind Mitglieder einer Kolpingsfamilie.

Das Kolpingwerk, ein Sozialverband innerhalb der katholischen Kirche, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Adolph Kolping gegründet. Der Sohn eines Handwerkers unterstützte als Priester Handwerksgesellen bei ihrer Lebensgestaltung - ein breites Angebot in der Bildungsarbeit und im geselligen Bereich sollte sie zu verantwortungsvollen Christen erziehen. Bildung, Gemeinschaft und christlicher Glaube sind dem Kolpingwerk auch heute noch wichtig. Mittlerweile ist aus dem katholischen Gesellenverein eine internationale Gemeinschaft geworden, die in mehr als 60 Ländern rund 450 000 Mitglieder hat. Sie schließen sich zu Gemeinschaften, den sogenannten Kolpingsfamilien, zusammen. Bundesweit gibt es 265 000 Mitglieder, in Hamburg leben 896 Kolpinger in 22 Familien. Eine von ihnen ist die Kolpingsfamilie Billstedt, der neben den Dejs noch 67 weitere Mitglieder angehören.

Hartmut (71) und Ingrid Dej (67) sind schon seit mehreren Jahrzehnten dabei. Sohn Thorsten (46) und Tochter Ragna (43) wuchsen als Teil der Gemeinschaft auf. "Wir haben viel mit den anderen unternommen", sagen die Geschwister. Sie erinnern sich an gemeinsame Picknick-Ausflüge und an Urlaubsreisen zu Kolping-Familienferienstätten. "Schon damals gab es dort viele altersgemäße Angebote für Kinder und Jugendliche, die unseren Horizont erweitert und unser Interesse an Bildung geweckt haben", sagt Ragna Saß. Weil ihr Herz nach wie vor für die Kolping-Arbeit schlägt, wurde die ausgebildete Speditionskauffrau vor elfeinhalb Jahren Sekretärin des Kolpingwerk Diözesanverbandes Hamburg. Dort ist sie zuständig für die Verwaltung und Organisation verschiedener Aktionen und Projekte.

Durch das Engagement seiner Frau ist auch Martin Saß (43) überzeugter Kolpinger geworden. Sein Ehrenamt als Diözesanvorsitzender nimmt knapp 20 Wochenstunden in Anspruch. "Doch das ist für mich eine Freizeitbeschäftigung, bei der man Spaß und Sinnvolles miteinander verbinden kann", sagt Saß, der hauptberuflich Leiter eines Hartz-IV-Jobcenters ist. Klar, dass so viel elterliches Interesse auch auf die Kinder abfärbt. Jana (13) nimmt regelmäßig an der Jugendarbeit teil, Kira (15) absolviert gerade eine Ausbildung als Jugendgruppenleiterin. "Im nächsten Jahr möchte ich gerne in der Ferienstätte Salem Kinder betreuen", sagt die Schülerin. Für beide Schwestern hat soziales Engagement große Bedeutung. Keine Frage, dass sie mitmachen beim Weihnachtsbaum-Verkauf der Billstedter Kolpingsfamilie, mit dessen Erlös Projekte in Tansania unterstützt werden. Kira kommt auch mit, wenn ihr Großvater Hartmut mit dem Obdachlosenbus der Caritas Menschen von der Bahnhofsmission ins Winternotquartier bringt.

"Kira hat auch schon mal Weihnachts-Kekse für die Obdachlosen gebacken", sagt Hartmut Dej sichtlich stolz.


Weitere Informationen im Internet unter www.kolping.de oder www.kolping-dv-hamburg.de

 

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