Ich spiele Schach und bin völlig normal
Wenn man den Namen "Schachgemeinschaft" hört, denkt man vielleicht sofort an "Brillenträger", "Streber" und "Langweiler". Doch bei uns ist das anders. Die Schachgemeinschaft Heinrich-Hertz und Uhlenhorst-Barmbek ist die größte Schulschachgruppe Deutschlands.
Wenn mich Leute fragen, was ich so mache, und ich dann antworte: "Ich bin in einer Schachgemeinschaft!", dann sagen sie oft: "Das kann doch nicht wahr sein, du bist doch ein ganz normaler Junge."
Da kann ich nur entgegnen: "Das liegt daran, dass bei uns ganz normale Leute sind." Trotzdem oder gerade darum haben wir Erfolg.
Wir treffen uns zweimal die Woche in der Villa Finkenau. Die "SG", wie sie von uns genannt wird, bietet über das Schachspielen hinaus die Möglichkeit, sich auszutauschen. Man redet über Probleme, lässt sich bei den Hausaufgaben helfen, spielt einfach nur Schach oder daddelt am Kicker. Altersunterschiede fallen hier nicht mehr auf, jeder wird so akzeptiert, wie er ist.
Einmal im Jahr machen wir eine Herbstreise. Sie findet traditionell in der ersten Woche der Herbstferien statt. Sie wird, wie alles in der Schachgemeinschaft, von ehrenamtlich tätigen Jugendlichen organisiert.
Hier sieht man am besten, dass Schach nicht unser einziges Thema ist, denn es werden sehr viele Spiele gespielt, und die meisten haben nichts mit Schach zu tun, sondern sind Aktivitäten an der frischen Luft.
Unsere "SG" ist für uns fast eine Lebenseinstellung, und ihr Wesen lässt sich nicht nur durch unsere Turniererfolge oder entsprechenden Statistiken beschreiben.
Marcel Kracht, 10b Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer



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