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Extra-Journal

Gebt die grauen Flächen für Graffiti frei!

Politiker klagen, dass jedes Jahr Grundeigentümer und die Stadt Hamburg bis zu 250 Millionen Euro für die Entfernung von Graffiti bezahlen müssen. Einerseits werden mehr oder weniger wirksame Maßnahmen zum "Schutz" vor Graffiti getroffen, andererseits gibt es für die "Writer" (Graffiti-Sprayer) kaum Ausweichmöglichkeiten. Doch wenn es mehr legale Flächen zum Sprayen gäbe, würde die Zahl der illegalen Graffiti zurückgehen, so auch die von den meisten Leuten als Schmierereien bezeichneten "Tags" (sprich: Tägs).

Ein "Tag" ist ein Schriftzug oder Name, der mit einem Edding an möglichst vielen auffälligen Stellen hingeschrieben wird oder auch mit einem Messer in Glasscheiben eingeritzt wird. Er dient dazu, den Namen des "Writers" zu verbreiten und sein "Revier" zu markieren. Im Gegensatz zu den schnell hingeschriebenen Tags sind Graffiti jedoch echte Kunstwerke, die aufwendig gesprüht werden.

Die "Writer" halten sich größtenteils an einen unausgesprochenen Ehrenkodex: So werden Unterführungen und Bauzäune besprüht, aber Denkmäler, Grabsteine und historische Gebäude geachtet, ebenso andere Kunstwerke wie eine mit einem Bild bemalte Hauswand.

Also bitte lasst die Sprayer - solange sie keine Straßenschilder unkenntlich machen und nicht eines Morgens die frisch gestrichene Hauswand besprüht ist - die langweiligen leeren grauen Flächen überdecken und gebt mehr Flächen frei. Graffiti gehören nun mal zu jeder Großstadt dazu, und kein Politiker wird etwas daran rütteln können.

Sylvia Tara, 10b Albert-Schweitzer-Gymnasium

 

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