Drogenkontrolle? Total lasch!
Teenies trinken Alkohol, Hasch mit 14 Jahren ist schon fast normal. Jugendliche kommen zu einfach an Rauschmittel ran, findet Nina Blank.
Wenn man heute durch die Straßen von Hamburg geht, ist es kein ungewöhnlicher Anblick: Junge Leute stehen in Grüppchen, viele von ihnen rauchend. Oft denkt man sich nichts dabei, doch wenn man genauer hinsieht, erschrickt man bei dem Anblick eines Elfjährigen mit einer Kippe in der Hand. Mit elf Jahren rauchen? Das schockt viele. Doch auch andere Drogen sind im Umlauf.
Nach einer Studie hat jeder dritte Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren schon einmal Hasch genommen. Es gibt sogar Fälle, wo schon 14-Jährige zur Haschzigarette greifen. 37 Prozent der Jugendlichen trinken regelmäßig Alkohol. Die erste Zigarette wird im Durchschnitt vor dem 13. Geburtstag geraucht. In Hamburg ist der Drogenkonsum am höchsten in ganz Deutschland und steigt noch weiter an.
Bei Drogen wie Cannabis liegt das Einstiegsalter heute schon bei 14 Jahren. Die Zahl der Jugendlichen, die täglich Alkohol oder andere Drogen wie Cannabis zu sich nehmen, ist in Hamburg bei rund 9600 Jugendlichen angelangt. Bei den Jungerwachsenen (18 bis 24 Jahre) ist unter den Cannabiskonsumenten fast jeder dritte abhängig. In Hamburg gelten insgesamt rund 30 000 Menschen als drogensüchtig.
Wie konnte es nur so weit kommen, dass jetzt schon so junge Menschen anfangen, sich zu vergiften? Was die normalen Tabak-Zigaretten angeht, sind die Kioskbesitzer nicht ganz unschuldig. Junge Menschen werden heute kaum noch nach dem Personalausweis gefragt, wenn sie Zigaretten oder auch Alkohol kaufen wollen. Ladenbesitzer urteilen nach dem äußeren Erscheinungsbild der Jugendlichen. Wenn sie aussehen, als wären sie schon 16 Jahre alt, ist es in Ordnung, und es wird nicht weiter nachgefragt.
Bei Alkohol werden Jugendliche, die wie 18 Jahre wirken, wenn überhaupt, nur kurz gefragt, wie alt sie seien, und damit ist die Sache erledigt. Ganz selten wird nach dem Personalausweis gefragt, und wenn ein Jugendlicher dann mit der Ausrede kommt, er habe den Personalausweis gerade nicht dabei, wird eine "Ausnahme" gemacht. Der Jugendliche bekommt, was er will.
Seit Januar ist es zum Glück nicht mehr so leicht, Zigaretten am Automaten zu ziehen. Denn die funktionieren nur noch mit einer Geldchipkarte, auf der das Alter des Besitzers vermerkt ist. Während die Tabakindustrie über Umsatzeinbußen klagt, freut sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, dass diese Lücke im Jugendschutzgesetz nun geschlossen worden ist. Diese Form der staatlichen Kontrolle scheint erfolgreich zu sein.
Härtere Drogen kommen jedoch in Umlauf durch Freundschaften und Bekannte. Es gibt genug Dealer, die immer wieder neue Wege finden, ihre Drogen loszuwerden. Und wenn erst einmal jemand aus einer kleinen Gruppe von Jugendlichen weiß, wo man "Stoff" herbekommt, dann scheuen sich die anderen nicht, auch sich selbst illegal Drogen zu verschaffen, sie haben dann ja eine "sichere Quelle".
Es gibt sogar Jugendliche, die ihre eigene kleine Hanfpflanze auf dem Balkon oder in ihrem Zimmer züchten. Und durch die vielen kleinen Grüppchen von Jugendlichen können dann diese Drogen in Umlauf geraten. Und wenn man erst einmal zu einer solchen Gruppe "dazugehört", ist es schwer, wieder davon wegzukommen. Man versteht sich mit den Leuten und hat jede Menge Spaß, sodass man sich schon gar keine Gedanken mehr über die Folgen von Drogenkonsum macht.
Also nicht getreu dem Motto handeln: "Versuch macht klug" - und dann alles ausprobieren, sondern schon den kleinsten Kontakt zu Drogen meiden.
Nina Blank, 10b Albert-Schweitzer-Gymnasium



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