Drucksache mit Pfiff
Hochzeitskarten zu gestalten, ist meist nicht leicht. Es gibt dazu aber viele Anregungen und einige Richtlinien.
Noch zwölf Wochen bis zur Hochzeit. Spätestens jetzt wird es Zeit, sich Gedanken über die Einladungskarten zu machen. Denn die sollten zehn bis acht Wochen vor dem großen Tag verschickt werden. Wie kann man die Karten sinnvoll und individuell gestalten? Was sollte alles auf den Karten stehen, damit die Adressaten ausreichend informiert sind?
Angaben zum Anlass der Feier, die Namen der Brautleute, Ort, Datum und Zeitpunkt der Hochzeit sind ein absolutes Muss. Dazu eine Ortsbeschreibung für auswärtige Gäste und der Vermerk: Um Antwort wird gebeten (abgekürzt: u. A. w. g.). Zusätzlich könnte ein Hinweis vermerkt sein auf Geschenkwünsche und das Geschäft, in dem sich der Hochzeitstisch der Brautleute befindet.
Auch die Kleiderordnung sollte man ansprechen - besonders, wenn man sich eine festliche Feier wünscht. Elisabeth Bonneau, Kommunikationstrainerin und Autorin mehrerer Knigge-Bücher, erklärt die Regeln: "Für die weiblichen Gäste gilt der Grundsatz: Niemals schöner sein als die Braut. Gäste sollten daher nicht mit Smoking und langem Kleid erscheinen, wenn der Bräutigam einen dunklen Anzug und die Braut ein kurzes Kleid trägt."
Für die Angaben zur Kleiderordnung gibt es klare Formeln, die auf der Einladung notiert sein können: "Wenn es heißt: ,Black Tie', dann tragen die Herren Smoking und die Damen lange Kleider. Wenn die Anmerkung lautet ,dunkler Anzug' für den Herrn, dann trägt die Dame ein kurzes Kleid", sagt Bonneau. Beim Smoking sei allerdings zu bedenken, dass er üblicherweise in den Abendstunden getragen wird.
Bei der Formulierung des Einladungstextes sollte man sich nicht unnötig umständlich ausdrücken. Hier gilt der Grundsatz: Schreib so, wie Du sprichst. Hochgeschraubte Sätze wie "Herr und Frau Müller geben sich die Ehre, zur Hochzeit ihrer Tochter einzuladen", seien überholt, argumentiert Elisabeth Bonneau.
Für die edle konservative Karte empfiehlt die Expertin eine Doppelkarte aus Büttenpapier mit englischer Schreibschrift. "Auf die Vorderseite kommt der Schriftzug: Wir heiraten, rechts innen der Text, die linke Seite bleibt frei." Wer es moderner mag, kann sich für glattes Papier und eine serifenlose Schrift entscheiden, dazu vielleicht ein Foto des Brautpaars auf der Vorderseite.
Generell bieten sich für die Herstellung der Karten zwei Möglichkeiten. Entweder man lässt sie in einer Druckerei fertigen und wählt Illustrationen, Texte und Schriften aus Musterbüchern. Oder man fertigt die Karte selbst. Helene Ludwig macht in ihrem Buch "Moderne Hochzeitskarten" (Frech Verlag, 7,50 Euro) zwölf Vorschläge zur Gestaltung.
Für die Schriftzüge ("Wir heiraten") empfiehlt sie die Verwendung von Stempeln. "Davon gibt es in Fachgeschäften über 300 verschiedene Motive", erläutert Ludwig. Der Materialauswahl seien kaum Grenzen gesetzt. Momentan sei transparentes Rosenpapier im Trend. "Viele Karten haben ein Band, das mit einer Schleife eingebunden ist." Das sieht schön aus und fixiert zugleich das Einlegepapier. Krönender Abschluss: Herzen aus andersfarbigem Papier, die auf die Vorderseite geklebt oder mit Bändern befestigt werden.
Informationen im Internet: www.bonneau.de



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