Viel Licht, mehr Sicherheit
Ein Wedeler Unternehmen rüstet Flughäfen weltweit aus.
Es gibt kaum etwas Faszinierenderes als einen nächtlichen Flughafen. Hunderte von Lichtern entlang der Start- und Landebahnen sorgen für die Orientierung der Piloten. Ein Hersteller solcher optischer Landehilfen ist das Wedeler Unternehmen Honeywell Airport Systems.
Längst geht das Angebot über die Flughafen- und Hindernisbefeuerung hinaus. Stellte man in den Anfangszeiten der Fliegerei noch Öllampen entlang der Pisten auf, steht hinter dem Begriff Befeuerung mittlerweile ausgewachsenes Hightech: Honeywell produziert auch Steuerungs- und Überwachungssysteme für die Befeuerung, Rollführungs- und Andocksysteme sowie Navigations-und Ortungssysteme für Flughafenfahrzeuge.
Dazu wird Know-how benötigt. Und darüber verfügt das Unternehmen reichlich. "80 Prozent unserer 90 Mitarbeiter sind Ingenieure", sagt Wilfried Röder, Leiter des Inlandvertriebs bei Honeywell. Die gesamte Entwicklung laufe im eigenen Haus.
Zahlreiche technische Innovationen sind so entstanden. Dazu gehören unter anderem die Rollführungssysteme. Sind zur Einweisung der Flugzeuge zum richtigen Gate auf dem Vorfeld bisher Follow-me-Fahrzeuge im Einsatz, kann diese Aufgabe nun von Lichtsignalen auf den Mittelstreifen der Rollwege übernommen werden. Systeme dieser Art sind schon in Frankfurt und München im Einsatz. Die anderen 14 internationalen Flughäfen in Deutschland, ebenfalls sämtlich Kunden des Wedeler Unternehmens, sind für diese Technik vorbereitet.
Auf Hightech setzt man bei Honeywell auch beim Andocken ans Gate. Ein automatisches System erkennt den Flugzeugtyp und sorgt für eine entsprechende Ausrichtung der Gangways. "Die Erkennung erfolgt über Charakteristika wie etwa die Lage der Fenster oder Türen", so Röder. Das sei weltweit einmalig. Den Piloten wird über eine Anzeigetafel mitgeteilt, wo sich die Maschine befindet und wie weit sie noch rollen darf. Eine Technik, die viel Zeit und Aufwand spart.
Trotz der weit verbreiteten funknavigatorischen Landehilfen, die auch Landungen ohne Sicht ermöglichen, kommt den optischen Landehilfen noch immer eine hohe Bedeutung zu. "Das ist auch ein psychologisches Moment", so Röder. Sei man in einem dunklen Raum, orientiere man sich auch immer am kleinsten Licht, selbst wenn man geführt werde. Die Lichter bieten zahlreiche Informationen. So folgt auf eine 900 Meter lange rote Anflugbefeuerung ein grünes Band am Beginn der Landebahn. Das Ende kennzeichnet eine rote Kette. Dazwischen ist alles weiß befeuert. Rollwege sind blau, die Mittelbefeuerung der Rollbahnen ist mit grünen Lichtern gekennzeichnet.
Honeywell entwickelte außerdem gemeinsam mit der Uni Darmstadt und dem Flughafen Frankfurt ein System zur Vorfeldkontrolle. Mittels einer Kombination aus Bodenradar, Induktionsschleifen und GPS kann ein Controller genau feststellen, welche Fahrzeuge sich dort aufhalten, und ob sie dies dürfen.
Das Unternehmen ist weltweit tätig und hat unter anderem Flughäfen in Seoul, Moskau, und Kuala Lumpur ausgestattet.



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