Netzwerken ist wichtig für den beruflichen Erfolg
Karriereberater verraten, wie und mit wem Mitarbeiter in Kontakt kommen sollen
So manchem Personaler geht es bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern wie einem Menschen mit Zahnschmerzen auf der Suche nach einem Arzt. "Beide verlassen sich lieber auf Empfehlungen, anstatt auf einen Eintrag im Branchenbuch", sagt der Hamburger Business-Coach Tom Diesbrock. Wer da mitmischen will, braucht gute Referenzen, die zudem über die eigene Abteilung hinaus bekannt sind. Netzwerken heißt da das Zauberwort. "In den Begriff wird manchmal mehr hineininterpretiert, als er tatsächlich beinhaltet", sagt Psychologe Diesbrock. Denn für ihn bedeutet netzwerken schlicht in Kontakt kommen und bleiben, und zwar mit Menschen, Unternehmen, Strömungen und Branchen. Und für den Karriereberater Theo Bergauer aus dem bayerischen Waldsassen sind es die drei KOs: Koordination, Kooperation und Kommunikation.
"Natürlich haftet dem Netzwerken immer etwas Berechnendes, etwas von Klüngeln an", räumt Diesbrock ein. Das allerdings als Manko zu empfinden, sei völlig falsch, gibt er zu bedenken und kommt wieder auf den Vergleich mit dem Zahnarzt zu sprechen. "Es ist doch immer vorteilhafter, wenn man sich vertrauter ist oder zumindest fühlt." Dennoch gibt es gerade in Deutschland immer noch Vorbehalte. "Dabei ist es im Grunde das gleiche, wie einen losen Bekanntenkreis zu pflegen", sagt Karriereberaterin Svenja Hofert. Entscheidend sei, dass man seine Kontakte nicht wahllos knüpft. "Man kann das durchaus strategisch angehen und sich genau überlegen, in welche Kreise man vordringen will", sagt Hofert. Dabei müsse man jedoch die Hierarchien beachten.
Dennoch warnen die Business-Coaches vor falscher Scheu. "Natürlich kann man sich in der Kantine auch mal zum Chef setzen, wenn die Unternehmenskultur das erlaubt", sagt Hofert. Eine Verabredung zum Italiener um die Ecke sei allerdings weniger angemessen. Manchmal sei es zudem sinnvoll, die Kontakte, die man mit Kollegen außerhalb der eigenen Abteilung auf Seminaren, Schulungen, Messen und Festen geknüpft hat, zu pflegen", sagt Bergauer. Zudem sei beim Netzwerken Eigeninitiative gefragt. "Man kann auch mal jemanden anrufen, den man nicht kennt, um mit ihm und seinem Unternehmen ins Gespräch zu kommen", sagt Diesbrock. Die wenigsten würden dann unfreundlich oder abweisend reagieren, vorausgesetzt sie hätten gerade Zeit.
Wahllos sollten Kontakte allerdings nicht geknüpft werden. "Die sozialen Netzwerke können hilfreich sein", sagt Bergauer. Aber wer bei Facebook 500 Freunde habe, sei noch nicht automatisch gut vernetzt. Denn gerade in solchen Netzwerken werde vieles versprochen und wenig gehalten.



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