Mechatroniker für Kältetechnik: Damit der Fisch frisch bleibt
Soeben gefangen, wird der Nordseelachs ausgenommen und bei minus 30 Grad Celsius schockgefrostet. Auch in den Tiefkühlhäusern der Hersteller, in...
Soeben gefangen, wird der Nordseelachs ausgenommen und bei minus 30 Grad Celsius schockgefrostet. Auch in den Tiefkühlhäusern der Hersteller, in allen Zwischenstationen auf Straße oder Schiene bis hin zum Lebensmittelhandel herrschen eisige Temperaturen. Isolierte und gekühlte Spezialfahrzeuge oder Container sorgen für wenigstens minus 18 Grad Celsius - und Fachleute wie Gerrit Stübe für die Technik, die eine lückenlose Kühlkette ermöglicht. Der 18-Jährige lernt Mechatroniker für Kältetechnik im zweiten Jahr. "Ich habe einen abwechslungsreichen Beruf im Bereich Feinmechanik gesucht."
Den Tipp, sich bei der Firma Westermann Kältetechnik zu bewerben, bekam er von seinem Vater. Als Kunde war dieser von der Breite des Angebots beeindruckt und empfahl den Sohn als Schülerpraktikanten. Gerrit landete zunächst bei der Produktion stationärer Kühlanlagen, dann in der Fahrzeugausstattung und überzeugte den Betrieb von seinen Fähigkeiten. "Heute montiere ich eine Klimaanlage in der Werkstatt, morgen eine Getränkekühlung beim Kunden. Man lernt universell."
Nicht nur bei der Kühlkette im Handel, auch in jeder Gaststätte, in Serverräumen oder Laboren stehen Kühlanlagen. Genug zu tun für Gerrits Arbeitgeber, der dringend weitere Azubis sucht: "Es gibt zu wenig qualifizierte Bewerber", sagt Ausbilder Michael Mönnig. Vor allem in Physik und Mathe benötigten die Bewerber gute Schulnoten. "Aber sie müssen auch schreiben und reden können." Schließlich warten die Mechatroniker die Anlagen, verfassen Angebote und beraten Kunden. Zudem seien handwerkliche und technische Fähigkeiten gefragt: "Anders als im Heizungsbau, wo der fertige Kessel nur noch eingebaut werden muss, stellen wir die Komponenten selbst zusammen, montieren und verdrahten sie", erklärt der Kälteanlagenbaumeister.
Der zweite Bereich bei der Firma Westermann Kältetechnik ist die Transportkühlung für Lkw, der dritte der Sonderanlagenbau: Hier werden beispielsweise für die Containerbrücken flexible Systeme montiert, die in der Antarktis heizen und in der Wüste kühlen.
Auszubildende wie Gerrit Stübe durchlaufen alle Stationen. "Im ersten Lehrjahr war die Metallgrundausbildung dran. Ich habe gelernt zu löten und zu schleifen." Jetzt stehen Elektro- und Steuerungstechnik im Mittelpunkt. "Wir vernetzen die Technik. Man muss sehr sorgfältig arbeiten." Und dabei auch einiges aushalten: Bei Minus 20 Grad montiert Gerrit, geschützt durch Thermokleidung, die Geräte. Dabei hat der Azubi auch mit aggressiven Kältemitteln und schweren Bauteilen zu tun.
Dreieinhalb Jahre dauert Gerrits Ausbildung insgesamt. Danach will er seinen Meister machen oder ein technisches Studium anschließen: "Ich möchte später einmal selbst Kühlanlagen entwerfen."



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