Reifenprofiltiefe im fließenden Verkehr messbar
HAMBURG. Ein Messsystem für Reifenprofiltiefe auch im fließenden Verkehr hat der Hersteller ProContour jetzt vorgestellt. Das stationär in Schaltkästen oder mobil in Messfahrzeugen einsetzbare Verkehrssicherheitssystem kann Pneus noch bei Fahrzeuggeschwindigkeiten um 170 km/h mittels in die Fahrbahn eingelassener Profilsensoren messen. Digitalkameras registrieren und speichern das Fahrzeugkennzeichen, wenn die Reifenprofiltiefe zu gering ist.
Zertifizierungstests zusammen mit dem TÜV verliefen laut dem Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) gut, demnächst sind weitere Tests bei einer Motorsportveranstaltung und in realen Verkehrssituationen geplant. Zielgruppe für das System sind alle Behörden mit hoheitlichen Aufgaben. Bei Verstößen gegen die Mindestprofiltiefe könnte an der Straße etwa eine Infotafel aufleuchten: "Achtung, Sie fahren mit zu wenig Reifenprofil". Die gewonnenen Daten könnten Behörden auch für Ordnungswidrigkeitsverfahren nutzen. Das System lässt sich zu Messzwecken bei Pkw und Lkw einsetzen, allerdings vorerst noch nicht bei Motorrädern.
Der Profilmesser soll in verschiedenen Abstufungen auf den Markt kommen - angefangen von einem Einzelsensor für eine Reifenspur bis hin zur Vollversion, die eine ganze Fahrbahn abdeckt und dabei gerichtsverwertbare Daten liefert. Über die Kosten derartiger Anlagen schweigt sich der Hersteller noch aus. 2006 waren nach einer Untersuchung des Unfallforschers Prof. Klaus Langwieder mangelhafte Reifen an 1214 Unfällen mit Personenschäden schuld. Rund 15 Prozent der Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen sind gegenwärtig laut einer aktuellen Studie der Sachverständigenorganisation KÜS mit nicht verkehrssicheren Reifen unterwegs.



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