04.09.12

Verkehrs-Ratgeber

Stressfrei durch den Stau - so geht's

Auch in den letzten Bundesländern steht das Ferienende vor der Tür - Stau ist vorprogrammiert. Es gibt einfache Tricks, die Reise zu erleichtern.

Foto: picture alliance / dpa/dpa
Stau auf Autobahn
Stau-Stress lässt sich vermeiden - teilweise schon bevor die Fahrt überhaupt losgeht

Wer kennt es nicht: Kaum losgefahren, dem Stadtverkehr entflohen und auf der Autobahn beschleunigt, leuchten die Rückleuchten vom Vordermann auf und zwingen zum Bremsen. Auch in den letzten drei Bundesländern Sachsen - Anhalt (5.9.), Baden - Württemberg (8.9.) und Bayern (12.09.) steht das Ferienende vor der Tür. Christian Schäfer, Stauberater und Leiter des Bereiches Technik vom ADAC, gibt Tipps wie man sich vor und während der Reise richtig verhält.

Stau umfahren lohnt sich nicht immer

Zunächst sei es wichtig seine Reise vernünftig auszuarbeiten, Zeitpolster einzuplanen und auch an Folgetermine, wie das pünktliche Erreichen von Flugzeugen und Fähren zu denken. Auf der Internetseite des ADAC können sich Autofahrer über Verkehrsengstellen informieren. Auch Stoßzeiten sollten vermieden werden. Besonders voll wird es auf der Autobahn, durch Wochenendverkehr und Bettenwechsel, freitags und sonnabends. Die Autobahnen sind sonntags oder montags freier, weshalb es besser ist an diesen Tagen loszufahren. Wer trotzdem im Stau steht, denkt oftmals daran von der Autobahn abzufahren, um so dem Stau zu entgehen. In Hamburg sollte, laut Schäfer, ein Stau jedoch überhaupt erst bei einer Länge von bis zu zehn Kilometern umfahren werden. Wer von seinem Navigationssystem eine Umleitung zu einer vermeintlich kürzeren Strecke hört, wird vielfach enttäuscht. Navigationssysteme wissen über innerstädtische Verkehrsaufkommen nur selten Bescheid und helfen vor allem Ortsunkundigen kaum mit einer Umleitung.

+++Rettungsgasse bei Staus ist in immer mehr Ländern Pflicht+++

Unterwegs mit Kindern

Wer mit seinen Kindern unterwegs ist, sollte ungefähr alle zwei Stunden eine Pause einlegen, genügend Getränke und Essen dabei haben und an ausreichend Beschäftigungsmittel denken. Gerade im Stau wird Kindern häufig langweilig. Dies kann zu Quengelei und Stress für den Rest der Menschen führen. Spiele, wie "Kennzeichen erraten" oder "Autos zählen" sind in solchen Fällen eine nette Unterhaltung für die ganze Familie. Bücher, Nintendo DS oder Ähnliches sollten hingegen vermieden werden. Denn diese können in Zusammenhang mit einem "unruhigen" Fahrstil maßgeblich zum Auslösen von Übelkeit beitragen. Sollte Mitreisenden dennoch schlecht werden, so sollten sie aus dem Fenster gucken. Durch das Orientieren an der Horizontalen kann die Übelkeit wieder verschwinden. Auch Reisemedizin wie Kaugummis, homöopathische Kügelchen oder Akkupressurbändchen aus der Apotheke leisten Erste Hilfe.

Aussteigen nur in Notsituationen

Im Stau gilt zunächst: Niemand darf sein Fahrzeug verlassen. Es droht Gefahr durch vorbeikommende Rettungswagen oder sich illegal vorbeischlängelnde Motorräder. Hinzu kommt, dass ausgestiegene Personen bei einer Auflösung des Staus erst wieder zu ihren Autos gelangen müssen, wodurch das Stauende verlängert wird.

Eine Ausnahme gilt dann, wenn Personen es nicht mehr rechtzeitig zum Rastplatz schaffen. In diesem Falle darf der Fahrer mit eingeschaltetem Warnblinklicht auf den Standstreifen fahren und das Auto zur rechten Seite hin verlassen. Danach wird Personen geraten möglichst schnell zum Auto zurückzukehren. Um solche Fälle von vornherein zu vermeiden, ist es empfehlenswert, vor Fahrtbeginn nur leichtes Essen zu sich zu nehmen und nicht zu viel zu trinken.

So sparen Sie Sprit
1. Defensiv fahren. Jeder Tritt aufs Bremspedal kostet Geld. Deshalb vorausschauend fahren, vor roten Ampeln ausrollen lassen, keine Blitzstarts.
2. Motor ausschalten. Stau, Schranken, lange Ampelschaltungen - schon bei Wartezeiten von einer Minute lohnt es sich, den Motor auszuschalten.
3. Energieverbrauch senken. Extras wie Klimaanlagen und elektrische Fensterheber erhöhen den Spritverbrauch. Geöffnete Fenster, die den Luftwiderstand verstärken, allerdings auch.
4. Untertourig fahren. Frühes Hochschalten in den nächsten Gang, vor allem aus dem ersten, spart auch einige Tropfen Sprit.
5. Regelmäßig warten lassen. Prüfen Sie den Reifendruck regelmäßig, nutzen Sie hochwertiges Öl, lassen Sie den Wagen regelmäßig darauf prüfen, ob alles richtig eingestellt ist.
6. Gewicht reduzieren. Jede Kiste Wasser im Kofferraum, jeder Gepäckträger erhöht den Benzinverbrauch.
7. Reihenfolge einhalten. Stellen Sie den Motor erst an, wenn Sie wirklich losfahren wollen - Spiegel und Sitz besser bei ausgeschaltetem Motor einstellen.
8. Tempolimits einhalten. Jede Statistik zeigt, dass überhöhte Geschwindigkeit mehr Geld und Nerven kostet als Zeit spart.
Quelle: kfz.de
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