22.08.12

B-Max

Fords Handlicher für die ganze Familie

Den B-Max zeichnet ein neues Türkonzept aus. Im November ist er ab 15 950 Euro zu haben. Er basiert auf dem Fiesta, ist aber weitaus pfiffiger.

Foto: Ford
Der Kleinwagen ist 4,08 Meter lang. Unter seiner Haube sitzt der neue Ecoboost-Dreizylinder aus dem Focus
Der Kleinwagen ist 4,08 Meter lang. Unter seiner Haube sitzt der neue Ecoboost-Dreizylinder aus dem Focus

"Immer eine Idee weiter" - bei den handlichen Familienautos hat Ford es mit seinem Markenmotto bislang nicht sonderlich genau genommen. Denn wo die Konkurrenz schon seit Jahren mit wandlungsfähigen Raumwundern wie dem Opel Meriva, dem Nissan Note oder dem Renault Modus punktet, fuhren die Kölner mit dem hoffnungslos veralteten Fiesta Fusion meilenweit hinterher. Aber damit ist jetzt Schluss. Denn nach Max kommt Mäxchen, und deshalb folgt auf S-Max und C-Max nun endlich der kleine B-Max, der im November zu Preisen ab 15 950 Euro in den Handel geht. Der basiert zwar wieder auf dem Fiesta, ist aber alles andere als ein langweiliges Hochdachmodell. Er hat die vielleicht pfiffigsten Türen, durch die man derzeit ins Auto steigen kann.

Wo Opel die hinteren Türen auch hinten anschlägt und so beim Meriva ein weites Portal öffnet, bauen die Kölner im Fond auf Schiebetüren. Das ist an sich nichts Neues und zumindest bei den größeren Vans gang und gäbe. Aber Ford hat den Wagenschlag so konstruiert, dass die B-Säule überflüssig wird und deshalb eine Öffnung von mehr als 1,5 Meter Breite entsteht. Nirgendwo sonst in dieser Klasse kann man in engen Parklücken bequemer einsteigen oder den Nachwuchs leichter anschnallen. Und wo sich Hinterbänkler bei anderen Herstellern mit wachsender Größe und zunehmendem Gewicht ordentlich verrenken müssen, betritt man den B-Max selbst als Erwachsener mit erhobenem Haupt.

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Dafür haben die Kunden der Kölner bei ein paar anderen Details das Nachsehen. Dass man für innovative Ausstattungsmerkmale wie die automatische Notbremse für den Stadtverkehr oder den Unfallnotruf extra zahlen muss, ist verständlich. Und dass es statt einer fest eingebauten Lösung nur ein Nachrüstnavi gibt, passt wohl zum Zeitgeist. Aber 318 Liter Kofferraum sind für ein Raumwunder knapp bemessen.

Keine Macken erlaubt sich das Mäxchen auf der Straße: Dass ein Kleinwagen von 4,08 Metern mit erhöhter Sitzposition, guter Rundumsicht und handlichem Wendekreis in der Stadt eine gute Figur macht, ist keine Überraschung. Aber der B-Max ist auch ein überraschend guter Fernfahrer. Auf der Langstrecke leise und komfortabel abgestimmt und auf einer kurvigen Landstraße sogar ziemlich stramm und sportlich, wirkt der Kleine jenseits des Ortschildes ungewöhnlich groß und erwachsen. Davon kann sich manches Auto selbst der etwas größeren Golf-Klasse noch eine Scheibe abschneiden.

Am meisten Spaß macht dabei natürlich der neue Ecoboost-Dreizylinder aus dem Focus, der nicht umsonst zum "Motor des Jahres" gewählt wurde: Obwohl mit einem Liter Hubraum das kleinste Aggregat in der Palette, steht er mit bis zu 120 PS an der Leistungsspitze. Das reicht, damit die Tachonadel bei Rückenwind sogar mal an der 200er-Marke kratzt. Und trotzdem ist der Turbo-Direkteinspritzer auf dem Prüfstand mit 4,9 Litern zufrieden und damit der sparsamste Benziner im B-Max.

Wer dafür aber nicht mindestens 18 350 Euro anlegen will, bekommt den gleichen Motor für exakt 1000 Euro weniger auch mit 100 PS. Außerdem gibt es für das Basismodell einen 1,4-Liter mit 90 PS und einen 105 PS starken 1,6-Liter mit Doppelkupplungsautomatik. Daneben hat Ford zwei Diesel im Programm: einen 75 PS starken 1,5-Liter und einen 1,6-Liter mit 95 PS. Er braucht nur 4,0 Liter und ist damit der Sparmeister in der Baureihe.

Benzinpreise ändern sich mehrmals täglich
Benzinpreise ändern sich mehrmals täglich
Benzinpreise sind nicht einfach zu vergleichen. Kostet der Liter Super E10 bei Aral an der Ausfallstraße etwa 1,68 Euro, so kann er im Stadtzentrum bei Shell günstiger oder teurer sein.
Dazu wechselt der Preis zum Teil mehrmals täglich um etliche Cent nach oben oder unten. Für die Branche ist das ein Zeichen für den funktionierenden, wenngleich scharfen Wettbewerb unter den Anbietern.
Denn pro Liter verdienten die Tankstellen kaum etwas. Sinke die Nachfrage dann noch, mache sich das schnell in der Kasse bemerkbar.
Viele Politiker sehen in den Bewegungen eher eine verdeckte Absprache bei der Preisbildung. Die fehlende Übersicht erschwere zudem die Vergleichbarkeit und mache es dem Autofahrer schwer, die günstigste Tankstelle ausfindig zu machen.
In Westaustralien versucht der Staat mit einem Meldesystem den Preis zu kontrollieren. Dort müssen die Anbieter die Veränderungen vorher bekannt geben, im Internet veröffentlichen und dürfen die Preise 24 Stunden lang nicht verändern.
In Österreich darf der Preis nur einmal am Tag erhöht werden.
Doch nicht zuletzt der ADAC befürchtet, dass ein solches System keineswegs zu niedrigeren Preisen führt. Um nicht zu knapp zu kalkulieren, könnten die Anbieter den Preis eher höher als nötig angegeben.
Das Bundeswirtschaftsministerium betont, in Österreich sei der Benzinpreis nach Einführung der starren Vorgabe gestiegen. (dpa)
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