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Auto & Motor

BMW Hybrid

Ein Sechszylinder steht unter Strom

Beim BMW ActiveHybrid 5 unterstützt ein Elektroantrieb den Benzinmotor.Der BMW wird Teilzeitstromer. Verbrauch sinkt um 1,5 Liter.

Teilzeitstromer: Der BMW ActiveHybrid 5 kann bis zu vier Kilometer weit allein mit Batteriekraft rollen
Foto: bmw

Dienstwagenfahrer, Handelsreisende und leitende Angestellte dürfen endlich auch ihr grünes Gewissen streicheln. Zumindest wenn ihr Herz für BMW schlägt. Die Bayern bringen im Februar mit dem ActiveHybrid 5 ihr drittes Vollhybridmodell an den Start. Der Doppelherzfünfer kombiniert den bewährten Sechszylinder-Benziner mit einem Elektromotor zu einer Systemleistung von 340 PS und kann bis zu vier Kilometer rein elektrisch fahren. Mit ähnlicher Technik folgt noch in diesem Jahr ein 3er-Hybrid.

Bei den Vollhybriden mausern sich die Weiß-Blauen inzwischen zu einer ernst zu nehmenden Größe. Im 7er und im X6 ist die Technik bisher zwar kaum nachgefragt; mit ActiveHybrid 5 und ActiveHybrid 3 könnte BMW in den Volumensegmenten aber deutlich höhere Anteile erzielen. Vor allem in Amerika und Asien, wo Benzinhybride als politisch korrekt gelten und die noch effizienteren Diesel immer noch ein Schattendasein führen.

Dabei dürfen sich selbst orthodoxe BMW-Anhänger entspannt zurücklehnen. Auch der ActiveHybrid 5 ist ein echter Fünfer. Von der ganzen Technik merkt der Fahrer hinterm Lenkrad kaum etwas, schafft aber richtig Punkte bei Klimaschützern, EU-Kommissaren und CO2-Statistikern. Der aus dem 535i bekannte Sechszylinderturbo reduziert durch die Kombination mit einem 55 PS starken Elektromotor seinen Normverbrauch um gut anderthalb Liter auf 6,4 Liter. Das entspricht 149 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. Die 4,90 Meter lange Limousine gewinnt durch das üppige Systemdrehmoment von 450 Nm und der Boost-Nachhilfe der E-Maschine spürbar an Dynamik. Auch wenn der Hybrid-5er den Standardspurt auf Tempo 100 in 5,9 Sekunden nicht schneller als die einmotorige Version absolviert, weil er zusätzliche 150 Kilogramm an Akkus und Elektromodulen mit sich schleppt. Die Lithium-Ionen-Batterie sitzt im Kofferraum und lässt das Gepäckabteil um 145 auf magere 375 Liter schrumpfen - entschieden zu wenig für eine Reiselimousine.

+++Feldversuch in der Metropolregion+++

+++Elektroautos sind schlechter als ihr Ruf+++

Dafür werden sich die Nachbarn für die leise Antriebstechnik bedanken. Denn voll aufgeladen schnurrt der Wagen früh morgens vollkommen lautlos aus der Wohnsiedlung. Vier Kilometer weit und bis Tempo 60 soll der im Gehäuse der Achtgangautomatik integrierte Elektromotor den Öko-5er laufen lassen, bis der Benziner den Antrieb wieder übernimmt. Der wiederum beherrscht bis 160 km/h die Technik des "Segelns", also die Abschaltung des Motors bei konstantem Dahingleiten im Schubbetrieb. Lautlos und emissionsfrei rollt der Wagen dann über die Fahrbahn, ohne einen Tropfen Sprit zu verbrauchen. Darüber hinaus ist das Navigationssystem mit der Leistungselektronik vernetzt, um abhängig von Fahrerwunsch, Streckenprofil und äußeren Bedingungen den effektiven Einsatz von Benzin- und Elektromotor vorausschauend zu koordinieren.

Das alles hat freilich seinen Preis. Mit 62 900 Euro ist der ActiveHybrid 5 gut 12 000 Euro teurer als der 535i, bietet dafür allerdings Achtgangautomatik (2200 Euro) und Navigationssystem (3050 Euro) serienmäßig. Noch ein Vergleich: Der bayerische Nachbar Audi verlangt für seinen A6 hybrid, ebenfalls mit Achtstufenautomatik und 55-PS-Elektromotor, exakt 10 000 Euro weniger, nämlich 52 900 Euro. Allerdings besorgt dort statt eines Sechszylinders der 2,0-Liter-Vierzylinder mit 211 PS die Antriebsleistung - mit identischen 6,4 Liter Normverbrauch.

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