24.01.13

Umfrage

Deutsche wünschen sich mehr Schutz vor Geisterfahrern

Die Angst geht um: Nach der Serie von schweren Unfällen sind 70 Prozent aller Autofahrer für Warnschilder an den Autobahneinfahrten.

Foto: dapd
Ramsauer verspricht besseren Schutz vor Falschfahrern
In Österreich sind Verkehrsschilder mit der Aufschrift: Stop Falsch" an den Autobahneinfahrten üblich

Hannover. Nach einer Serie von folgenschweren Unfällen von Geisterfahrern hat sich die Mehrzahl der Deutschen für bessere Warnhinweise und mehr Schutz ausgesprochen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa gaben 69 Prozent der Befragten an, sie hätten auf deutschen Autobahnen persönlich als Fahrer oder Beifahrer Angst vor Falschfahrern.

Sinnvoll wären nach Überzeugung von 70 Prozent große Warnschilder mit der Aufschrift "Stop Falsch", wie es in Österreich üblich ist. Metallkrallen an Autobahn-Auffahrten, die nur in eine Richtung überfahren werden können, befürworten laut YouGov 59 Prozent der Deutschen. Für bessere Bodenmarkierungen an den Autobahnauffahrten sprachen sich 39 Prozent aus.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte sich kürzlich für Warntafeln ausgesprochen, um Falschfahrer zu stoppen. Sie sollten deutschlandweit an Unfallschwerpunkten aufgestellt werden – auch wenn sich nicht alle Falschfahrer so aufhalten ließen. Nach Ramsauers Angaben wurden allein im vergangenen Jahr rund 1800 Geisterfahrten gemeldet.

Zuletzt waren am Neujahrstag auf der Autobahn 1 in der Nähe von Bremen zwei Menschen ums Leben gekommen, als ein Sattelzug in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren war. Ende Dezember verursachte ein Geisterfahrer auf der A52 im nördlichen Ruhrgebiet einen Unfall mit zwei Toten, im November starben sechs Menschen auf der Autobahn 5 nahe Offenburg bei einem Unfall mit einem Falschfahrer.

Das Thema Falschfahrer dürfte auch auf dem 51. Verkehrsgerichtstag in Goslar eine Rolle spielen. Weitere Punkte auf der Tagung der Deutschen Akademie für Verkehrswissenschaft sind die Reform des Flensburger Punktesystems, die Fahrausbildung und Aggressivität im Straßenverkehr.

(dpa)
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