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Ratgeber

Auf Hochglanz poliert

Lackmöbel liegen im Trend. Besonders Solitäre sind begehrt.

Hoch, glänzend und rot ist er - der Farbton heißt Prugna (Pflau-me), eine dezente Farbe, die sich dem Betrachter nicht sofort aufdrängt. Der Kleiderschrank Senzafine Armadio mit Türtyp New Entry bei Poliform im Stilwerk besticht durch seine Brillanz. Die attraktive Hochglanzfront setzt auch in den beiden Nachttischen Akzente. Der Schrank ist etwas für Mutige. "Er ist Eyecatcher und Statussymbol zugleich", sagt Studioleiterin Bettina Hartmann. Poliform bietet italienische Systemmöbel an: in 30 Lackfarben serienmäßig - davon zwölf in Hochglanz. Von beeindruckender Schlichtheit sind die zwei nebeneinander stehenden, grifflosen Hochglanz-Kommoden in Lack von Cappellini (Programm Sistemi), die es in 43 Hochglanzlackfarben gibt (gesehen bei Clic).

Seit etwa einem Jahr sei ein Trend zu Hochglanzlacken fest-zustellen, so die Sprecher unterschiedlicher Möbelhäuser in der Hansestadt. "Die zunehmende Nachfrage der Kunden ließ die Firmen aktiv werden. Diese Rei-henfolge ist ungewöhnlich, normalerweise ist sie umgekehrt", sagt Winfried Lange, Verkaufsleiter bei Marks in Bergedorf. So böten die Hersteller Interlübke und Cor jeweils elf Hochglanz-Lacktöne an, Kettnaker sechs. Dabei gingen die Farben Kristallweiß, Schwarz und Schlamm besonders gut. Gefragt seien vor allem Anrichten und Kommoden für Ess- und Wohnzimmer und den Flur, sagt Lange.

Im Möbelpark Sachsenwald und bei Hansa Complett-Küchen sind Küchen mit Lackfronten gefragt. "Dabei ist Weiß die Nummer eins", sagt Juniorchef Joachim Marks. Im Schlafzimmer verkaufe sich Weiß in Kombination mit Ahorn gut. Nach der Farbe Weiß rangierten Grautöne bis hin zu Anthrazit. Besonders Solitäre wie Vitrinen und Sideboards sind in Hochglanz begehrt. "Da darf es auch mal eine kräftige Farbe sein, wenn sie als Einzelstücke, die bewusst in die Einrichtung integriert werden oder sich kontrastreich absetzen, eingesetzt werden", so Marks.

Das Möbelhaus Scharbau bietet mit Metis von Hülsta für das Schlafzimmer Fronten in Reinweiß, Rot und Grau - in Verbindung mit den Hölzern Ahorn und Eiche (Sand oder Schoko) als Korpus. "Hochglanz ist für uns nicht neu. Wir haben die Oberflächen schon immer im Programm", sagt Horst Scharbau. Früher sei auch Mahagoni, in Hochglanz poliert, beliebt gewesen.

Die Bibliothek von David Lange (Cramer Möbel) wird in 14 Lackfarben mit 21 verstellbaren Böden aus farblosem Acryl angeboten. "Schwarz ist bei uns die Nummer eins, gefolgt von Rot und Weiß. Dann kommen Grau und Erdtöne", sagt Roland Ripke von Cramer Möbel + Design. "Meistens werden Kommoden und Kleiderschränke in Hochglanzlacken gekauft." Oder Einzelstücke wie das Niedrigelement von Taglia bue mit einer Schublade aus Hochglanz Nero Lack mit Abdeckplatte und Innenteilen aus gebleichter Eiche.

Hochglanz steht für hohe Wertigkeit und ist etwa 15 bis 25 Prozent teurer als Fronten in Mattlack. Ein gestalterischer Pluspunkt bei diesen Oberflächen ist der Spiegelungseffekt. Er kann Räumen eine ganz neue Dimension geben.

 

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