07.09.12

Lebensrettung

Viel zu wenig Menschen haben Ahnung von Erster Hilfe

Experten fordern anlässlich des morgigen weltweiten Tags der Ersten Hilfe, alle zwei oder drei Jahre Nachschulungen zur Pflicht zu machen.

Foto: dapd/DAPD
Viel zu wenig Menschen wissen was zu tun ist, wenn sie plötzlich Ersthilfe leisten müssen
Viel zu wenig Menschen wissen was zu tun ist, wenn sie plötzlich Ersthilfe leisten müssen

Berlin. Millionen Autofahrer haben nach Einschätzung des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser und der Johanniter gefährliche Wissenslücken bei der Ersten Hilfe. Experten fordern anlässlich des weltweiten Tags der Ersten Hilfe am Sonnabend (8. September), alle zwei oder drei Jahre Nachschulungen zur Pflicht zu machen. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), schlägt alternativ vor, mit einer Kampagne für die Kurse zu werben. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lehnt Pflichtkurse ebenfalls ab.

Bundesweit frischten nicht einmal fünf Prozent der Führerscheininhaber freiwillig ihre Kenntnisse auf, schätzte der Referatsleiter für Erste Hilfe bei den Maltesern, Stefan Markus. "Es gibt eine extrem hohe Hemmschwelle, sich dafür freiwillig hinzusetzen", sagte er.

Notfallsituationen bedeuteten Überforderung und Stress für den Hilfeleistenden. Sich damit in der Freizeit zu befassen sei "einfach nicht trendy", sagte Markus. Darum regen die Malteser an, im Abstand von drei Jahren verpflichtende Kurse für Kraftfahrer einzuführen.

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Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, fordert Pflichtkurse gar im Abstand von zwei Jahren. Sprecherin Stephanie Krone erläuterte: "Sehr viele Autofahrer beherrschen lebensrettende Maßnahmen, wie etwa die stabile Seitenlage oder die Herz-Lungen-Wiederbelebung, nicht."

Auf Basis einer Umfrage aus dem Jahr 2000 geht das DRK davon aus, dass heute bei 80 Prozent der Kraftfahrer der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als 15 Jahre zurückliegt. Mit dem ADAC arbeitet das Rote Kreuz derzeit an einer europaweiten Studie, um den Wissensstand von Autofahrern zu testen.

Ramsauer sprach sich gegen die Pflicht zur Nachschulung aus. Er setze auf "Freiwilligkeit und Einsicht der Führerscheininhaber statt auf eine Reglementierung". Er verwies auf die hohen Kosten, die eine regelmäßige Nachschulung von Millionen Fahrern nach sich ziehen würde. Ramsauer begrüßte aber eine freiwillige Teilnahme.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestags, Hofreiter, forderte den Etat für Kampagnen aufzustocken, die Erste-Hilfe-Kurse bewerben. Beim Wissen darüber sieht er bei den meisten Autofahrern starke Defizite. Es werde viel zu wenig für Verkehrssicherheit ausgegeben, sagte Hofreiter der Nachrichtenagentur dapd. "Wir geben fünf Milliarden für die Bundesfernstraßen aus, da sind zehn Millionen angesichts von 5.000 Verkehrstoten drin."

Der Etat für Verkehrssicherheitsarbeit sei viele Jahre nicht geändert worden, sagte Hofreiter. Dies komme angesichts der allgemeinen Preissteigerung einer Kürzung gleich.

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