28.08.12WWF
"Umlage erneuerbarer Energien nur 14 Prozent des Strompreises"
Die Naturschutzorganisation warnt vor dem Energiegipfel vor Überdramatisierung der Debatte. Anteil für erneuerbare Energien sei relativ gering.
Foto: dapd/DAPD
Strompreise klettern in die Höhe - laut WWF liege das aber nicht nur an den erneuerbaren Energien
Berlin. Vor dem Energiegipfel der Bundesregierung warnt die Naturschutzorganisation WWF vor einer Überdramatisierung der Debatte über die Kosten der Energiewende. Die Umlage für die erneuerbaren Energien mache nur 14 Prozent des Strompreises aus, sagte die Fachbereichsleiterin Klima und Energie des WWF, Regine Günther, am Dienstag in Berlin. Dennoch werde ein Klima der Angst geschürt, dass die Energiewende unbezahlbar sei.
Allerdings seien die Kosten "bisher sehr ungleich verteilt": Künftig sollten nur jene Stromgroßverbraucher, die klar ausweisen könnten, dass die Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ihre Wettbewerbsfähigkeit international massiv mindere, für eine Freistellung von der Abgabe in Frage kommen. "Die Bundesregierung muss jetzt die Reißleine ziehen und unberechtigte Privilegien abschaffen", forderte Günther.
(dapd)
+++Investitionsrekord bei erneuerbaren Energien+++
+++Schlechte Aussichten für die Energiewende+++
Braunkohle: Stromlieferant Nummer eins in Deutschland
Die Braunkohle ist zwar nicht der energiereichste Brennstoff, aber in Deutschland die Nummer eins in der Stromerzeugung. Das liegt daran, dass das "braune Gold" kostengünstig im Tagebau gewonnen werden kann. Abbaugebiete liegen vor allem im Rheinland und in Ostdeutschland.
4,9 Prozent des Stroms sind im vergangenen Jahr aus der Braunkohle gewonnen worden. Damit liegt Strom aus der braunen Kohleart vor den erneuerbaren Energien, die 20 Prozent ausmachten.
Aus Steinkohle sind 18,6 Prozent erzeugt worden, in Atommeilern 17,6 Prozent und aus Erdgas 13,7 Prozent.
Mehr als die Hälfte der Braunkohle fördert RWE im rheinischen Revier. Auch der Energiekonzern Vattenfall verfügt über Braunkohle.
Infolge des vorgezogenen Ausstiegs aus der Kernenergie hat die Braunkohle an Wert für die Erzeuger zugenommen. Braunkohle bedient vor allen die Grundlast bei der Stromerzeugung.
Moderne Kraftwerke können ihre Leistung aber auch schnell variieren und so Stromschwankungen durch variabel anfallenden grünen Strom ausgleichen.
Umweltorganisationen kritisieren Braunkohlekraftwerke dagegen als "CO2-Schleudern" und "Klimakiller". In der Braunkohleindustrie arbeiten knapp 22 800 Menschen, die Hälfte davon im rheinischen Revier. (dpa)