20.08.12

Beleuchtung

Verglüht: Die richtige Energiesparlampe finden

Auch die letzten haushaltsüblichen Modelle der Glühbirne dürfen ab dem 1. September nicht mehr hergestellt werden. Aber es gibt Alternativen.

Foto: dpa/DPA
Energiesparlampen
Die klassische Glühbirne hat demnächst vollends ausgedient

Berlin. Noch ist Zeit für einen Hamsterkauf: Die Lagerbestände der 25- und 40-Watt-Glühlampen werden weiterhin angeboten. Ab September werden aber keine Modelle über 10 Watt mehr produziert. Die Alternativen sind Energiespar- und Halogenlampen sowie LEDs. Das müssen Verbraucher dazu wissen:

Woran erkennen Kunden die Helligkeit der Energiesparlampen?

Die Glühbirne – von Experten als Glühlampe bezeichnet – wurde nach der Wattzahl ausgesucht. Bei Energiesparlampen ist dieser Wert geringer. Für einen Vergleich gibt es eine Formel: "Ganz grob: Die Leuchtstärke der Glühlampe durch vier geteilt ergibt die Wattzahl der Energiesparlampe", erklärt Erhard Bülow, Energieberater der Verbraucherzentrale Berlin. Eine Energiesparlampe mit 15 Watt ist also etwa so hell wie eine 60-Watt-Glühbirne. Aber die Wattzahl wird nach und nach von den Verpackungen verschwinden. Denn die Helligkeit von Energiesparlampen wird in Lumen (ln) angegeben.

Wer die 25-Watt-Lampe adäquat ersetzen will, greift zu einer energiesparenden Lampe mit 200 Lumen (7 Watt). Die 40-Watt-Lampe wird Bülow zufolge mit einer Lichtleistung von 400 Lumen (9 Watt) ersetzt, die 60-Watt-Glühbirne mit 700 Lumen (15 Watt) und das 75-Watt-Modell mit 1000 Lumen (20 Watt). Die Helligkeit einer 100-Watt-Glühbirne entspricht der einer Energiesparlampe mit 1400 Lumen (23 Watt).

Welches Energiesparmodell leuchtet wie die Glühbirne?

Die Lichtfarbe wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben. 2700 bis 3300 Kelvin schaffen ein warmes Weiß, das dem Licht der Glühbirne entspricht. Das sei die richtige Stärke fürs gemütliche Wohnzimmer, findet Bülow. Mit 4000 Kelvin werde die Arbeitsfläche in der Küche in ein neutrales Weiß getaucht. Tageslichtweiß und damit so hell wie in einem Büro werde es mit 6000 Kelvin.

Im Treppenhaus, im Keller oder im Bad sollte darauf geachtet werden, dass die Birne schnell hell wird, erläutert Franziska Müller von der Deutschen Umwelthilfe in Berlin. "Beträgt die Anlaufzeit laut Verpackung 15 Sekunden, heißt das, dass in 15 Sekunden 60 Prozent der Helligkeit erreicht sind." Neben diesem Wert empfiehlt sie, auf die Schaltfestigkeit der Modelle zu achten – gerade dort, wo häufig das Licht an- und ausgeknipst werde.

Wie viel Strom wird gespart?

Die Deutsche Umwelthilfe hat eine 60-Watt-Glühlampe mit einer 11-Watt-Energiesparlampe bei einer Brenndauer von täglich drei Stunden verglichen. Das Ergebnis: Die Glühlampe verbraucht rund 66 Kilowattstunden Strom, die Energiesparlampe nur 12. Die CO2-Emission der Glühlampe liegt außerdem bei 39,2 Kilogramm, die Energiesparlampe stößt 7,2 Kilogramm aus.

Wie lange halten Energiesparlamen?

Energiesparlampen ohne Vorwärmfunktion leuchten rund 6000 Stunden, erläutert die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) in ihrem Onlineratgeber. Das sei etwa fünfmal so lang wie eine Glühlampe. Mit Vorwärmfunktion können sie auf bis zu 15 000 Betriebsstunden kommen. Gerade für Lampen, die häufig ein- und ausgeschaltet werden, sollte Modelle mit Vorheizfunktion genommen werden, so der Rat. LEDs leuchten rund 15 000 Stunden.

Welche Variante strahlt am wenigstens Wärme aus?

In Sommernächten merkt man es besonders: Lampen können einen Raum zusätzlich aufheizen. Nach den Glühbirnen werden Halogenlampen am wärmsten, erläutert Bülow. Am kühlsten bleiben Energiesparlampen, gefolgt von LEDs.

Sind Energiesparlampen gefährlich?

Energiesparlampen enthalten geringe Mengen giftigen Quecksilbers. Seit Januar 2012 beträgt dieser Grenzwert 3,5 Milligramm. Ab 2013 seien nur noch 2,5 Milligramm erlaubt, sagt Müller. Dass die Lampen zerbrechen, passiere jedoch nur selten, beruhigt die Initiative EnergieEffizienz. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Verbraucher Lampen mit Splitterschutz kaufen. Alternativen seien Lampen, die Quecksilber in gebundener Form oder hauptsächlich Amalgam enthalten, rät Energieberater Bülow. Die austretende Menge sei im Fall eines Bruchs geringer.

Was ist zu tun, wenn eine Lampe zerbricht?

Das Umweltbundesamt empfiehlt, sofort zu lüften. Alle Personen und Haustiere sollten für eine Viertelstunde das Zimmer verlassen. Die Bruchreste sollten dann bei geöffnetem Fenster entsorgt werden. Mit einem angefeuchteten Papiertuch gehe das am besten, rät die Initiative EnergieEffizienz. Die Scherben werden luftdicht in einer Plastiktüte verpackt.

Wie werden die energiearmen Modelle entsorgt?

Die Glühbirne darf in den Hausmüll. Energiesparlampen, LEDs und Halogenlampen müssen zu Sammelstellen gebracht werden, auch viele Verkaufsstellen nehmen die Birnen zurück.

Was wird aus den Halogenlampen?

Halogenlampen brauchen bis zu 30 Prozent weniger Energie als die klassische Glühlampe, erläutert Müller. Aber auch ihr Ende naht. Bis 2016 müssen die Hersteller Halogenlampen so verbessern, dass sie die Energieeffizienzklasse B schaffen. Die meisten rangieren derzeit in Klasse C – und können auch nicht besser werden, so die Expertin. Modelle, die den höheren Standard erfüllen, heißen etwa Niedervolt-Halogenlampen. (dpa/tmn)

Wichtige Stromspartipps:
Jeder Haushalt in der Europäischen Union könnte im Jahr bis zu 1000 Euro einsparen, wenn effizienter mit Energie umgegangen wird. Dies hat das Umweltbundesamt errechnet und gibt Verbrauchern wichtige Spartipps.
Energieeffiziente Geräte: Schon beim Kauf von Geräten sollte man auf den Energieverbrauch achten. Dies führt dauerhaft zu günstigeren Energiekosten und macht den höheren Kaufpreis oft schnell wieder wett. Empfehlenswert seien Geräte mit dem Blauen Engel oder dem EU-Umweltzeichen.
Glühbirnen ersetzen: Energiesparlampen verbrauchen 80 Prozent weniger Strom als normale Glühlampen. Mit elf Watt liefert sie fast die gleiche Lichtmenge wie eine Glühlampe mit 60 Watt. Auch ihre Lebensdauer ist mit 8000 bis 12 000 Stunden acht- bis zwölfmal länger. Ein Haushalt kann im Schnitt durch den Umstieg auf Energiesparlampen 50 bis 170 Euro an Stromkosten im Jahr einsparen.
Stand-by-Funktion ausschalten: Viele Elektrogeräte verbrauchen Strom auch in Zeitspannen, in denen sie ihre eigentliche Funktion gar nicht erfüllen. Ein auf Stand-by gestellter DVD-Player kann eine Leistungsaufnahme von 15 Watt haben, was über das Jahr betrachtet Stromkosten von 21,90 Euro verursacht. Stromräuber lassen sich durch einfaches Steckerziehen abschalten.
Effizientes Kühlen: Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen etwa ein Fünftel des Stromes im Haushalt. Um Energie zu sparen, sollten diese möglichst in ungeheizten Räumen und nicht neben anderen Wärmequellen wie Heizkörpern oder in direkter Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Lassen Sie erhitzte Lebensmittel erst abkühlen, bevor Sie diese in den Kühlschrank stellen oder einfrieren.
Waschen und Trocknen: Waschmaschinen sollten immer möglichst voll beladen betrieben werden. Ein Waschgang bei 40 Grad, was als Temperatur für normal verschmutzte Wäsche völlig ausreichend ist, bringt etwa 50 Prozent Energieeinsparung gegenüber dem 60-Grad-Waschprogramm mit sich. Für das Trocknen der Wäsche ist die Wäscheleine dem Trockner vorzuziehen.
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