Schlechte Ernte für Bier
Hopfenbauern erwarten geringere Ernte
Hopfen gehört zu den Grundbestandteilen beim Bierbrauen. Ein Drittel der Pflanze gedeiht auf deutschen Feldern, dieses Jahr aber nicht so gut.
Mügeln. Die Hopfenbauern der Region Elbe-Saale erwarten in diesem Jahr eine geringere Ernte als üblich. Der Durchschnitt von jährlich insgesamt 54 000 Zentnern werde in diesem Jahr wohl nicht erreicht, sagte der Vorsitzende des Hopfenpflanzerverbandes Elbe-Saale, Emil Berthold, anlässlich des Hopfentages 2012 am Donnerstag. Bei Hopfen wird das Gewicht traditionell in der veralteten Maßeinheit Zentner angegeben. Die Pflanzen seien im Winter durch den Frost geschädigt worden. Außerdem habe sich die Anbaufläche um 100 Hektar verringert. Erntebeginn ist im September.
Den Hopfenanbau betreiben in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 28 Betriebe auf insgesamt rund 1300 Hektar. Damit sei die Region nach der Hallertau in Bayern das zweitgrößte Anbaugebiet in Deutschland, sagte Berthold. Angebaut werde vorrangig Bitterhopfen. Er liefere beim Bierbrauen die Grundbitterkeit. Seine besondere Note bekomme ein Bier vom Aromahopfen.
Weltweit werde Hopfen nur auf 47 000 Hektar angebaut, davon ein Drittel in Deutschland und ein weiteres Drittel in den USA. Der Rest sei weltweit verteilt. Ihre Ernte liefern die Bauern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an Weiterverarbeitungsbetriebe. Von dort geht sie an Handelshäuser, bei denen die Brauereien einkaufen. Den Hopfentag gibt es alle zwei Jahre an wechselnden Orten. Er solle dazu beitragen, auf das regionale Anbaugebiet aufmerksam zu machen, damit vielleicht die einheimischen Bierbrauer bei ihrem Händler auch nach dem einheimischen Hopfen verlangen, sagte Berthold.
Die 22-jährige Franziska Günther wird die Region in den kommenden zwei Jahren als Hopfenkönigin repräsentieren. Der pharmazeutisch-technischen Assistentin ist Hopfen durch ihren Beruf als Bestandteil pharmazeutischer Erzeugnisse vertraut. In Oschatz lebt sie mit ihrem Freund, der im Hopfenanbau tätig ist. (dpa)












