09.08.12

Dioxin-Skandal

Erneut Dioxin-Eier in den Handel gekommen

Verbraucherschützer endeckten die belasteten Eier auf Hof in Ostfriesland, der zuvor schon aufgefallen war. Eier würden nun zurückgerufen.

Foto: dapd/DAPD
Mit Dioxin belastete Eier sind erneut in den Handel gekommen
Mit Dioxin belastete Eier sind erneut in den Handel gekommen

Aurich. Nach der Entdeckung von belasteten Eiern auf einem Hof in Ostfriesland haben sich dort die Probleme mit PCB und Dioxin ausgeweitet. Wie der Landkreis Aurich am Mittwoch mitteilte, sind nicht nur Eier aus der Freilandhaltung betroffen, sondern auch die aus der Bodenhaltung des Betriebs. Die Grenzwerte für Dioxin und das dioxinähnliche PCB seien deutlich überschritten, wie Proben des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ergeben hätten, hieß es. Die Eier mit der Codierung 2-DE 0357411 seien nur regional vertrieben worden. Sie würden nun zurückgerufen. Beim Verzehr bestehe aber keine unmittelbare Gesundheitsgefahr, bestätigte der Sprecher des Kreises Aurich.

Anfang August war die Freilandhaltung in dem Betrieb gesperrt worden, nachdem Dioxin in Eiern entdeckt worden war. Woher das Gift stammt, ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums vom Mittwoch noch unklar. Mit den neuen Untersuchungsergebnissen wurde die Sperrung nun auch auf die Bodenhaltung ausgeweitet. "Der Hof ist komplett gesperrt", sagte der Sprecher des Kreises Aurich.

+++ Dioxin und PCB: Wieder belastete Eier im Handel entdeckt +++

In den vergangenen Monaten waren belastete Eier bereits auf drei Höfen im Kreis Aurich, einem Hof in Oldenburg sowie einem im Emsland festgestellt worden. Auch in Ostwestfalen gab es auf einem Hof Probleme. Anders als bei dem Skandal um Dioxin in Futtermitteln vor eineinhalb Jahren war mit der Nahrung der Tiere in diesen Fällen alles in Ordnung. Als Ursache wurde in mehreren Fällen der Bodenbelag und in einem Fall auch eine Styroporplatte ausgemacht, an der Hühner herumgepickt hatten. (dpa)

Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCB)
DIOXINE wurden spätesten seit dem Unglück von Seveso 1976 als starke Gifte in der Chemieproduktion weltweit bekannt.
Es gibt jedoch insgesamt über 200 verschiedene Dioxine und im Sprachgebrauch meist dazu zählende Furane, deren Gesundheitsgefahr unterschiedlich hoch ist.
Oft liegen mehrere Dioxine gemeinsam in einem Gemisch vor.
Zu den Vergiftungssymptomen zählen Chlorakne, Verdauungs- und Nervenstörungen sowie Gelenkschmerzen.
Das Krebsrisiko von Dioxinen ist umstritten.
Der Mensch nimmt nach Angaben des Umweltbundesamtes (Uba) 90 bis 95 Prozent der Dioxine über die Nahrung auf, vor allem mit Fleisch und Milchprodukten.
Dioxine entstehen bei der Verbrennung verschiedener Stoffe, wenn Chlor anwesend ist – etwa auch bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen.
Ihr Grundgerüst besteht aus Kohlenstoffringen, an die Chloratome gebunden sind.
POLYCHLORIERTE BIPHENYLE (PCB) sind ähnlich aufgebaut wie Dioxine.
Auch die insgesamt 209 PCB sind unterschiedlich giftig.
12 davon werden als dioxinähnliche-PCB bezeichnet, da sie diesen von ihrer Struktur her besonders nah sind. PCB wurden etwa für flammfeste Isolierflüssigkeiten, Hydrauliköle, Lacke, Dichtungen und Kunststoffe verwendet.
In Deutschland sind PCB nach Uba-Angaben seit 1989 verboten, ihre Entsorgung sei jedoch weltweit ein Problem.
Eine akute PCB-Vergiftung ist selten. Längerfristig können sie ähnliche Erkrankungen auslösen wie die Dioxine, führen in der Regel jedoch zu schwächeren Symptomen. Sie sind ebenfalls in der Muttermilch nachweisbar.
Quelle: dpa
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